Wolff, Carola – Ausgerechnet Muse

Wolff, Carola
Ausgerechnet Muse
978-3-944788-46-3
Fabulus Verlag

Inhalt:

Die 17-jährige Apollonia Parker will frei und ungebunden sein. Sie träumt davon, mit ihrem Motorrad Bonnie durch Schottland zu fahren. Allerdings verfügt sie über eine Gabe, die sie besonders hasst: Sie ist wie ihre Mutter eine Muse. Apollonia hat aber keine Lust, sich an einen Künstler zu binden, diesen zu inspirieren und zu hätscheln. Als Nick ihr einen Song widmet, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn. Der junge, äußerst begabte Singer-Songwriter ist von Appolania ganz hingerissen. Doch der habgierige Konzernchef Viktor Tyrell ist gegen diese Verbindung. Er will Apollonias Gabe für seine Zwecke nutzen — und setzt die schwarze Muse Velika auf Nick an. (Quelle Fabulus Verlag)

Meine Meinung:

Wie immer ist das Cover erster Anziehungspunkt für mich gewesen. Man sieht es eigentlich auf den ersten Blick nicht, aber Weiterlesen

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Steinhöfel, Andreas – Beschützer der Diebe

Steinhöfel, Andreas Beschützer der Diebe 3-551-55080-8 Carlsen

Steinhöfel, Andreas
Beschützer der Diebe
3-551-55080-8
Carlsen

Inhalt:

Ein Zettel mit ein paar Zahlen und Buchstaben, darunter eine unregelmäßige Zickzack-Linie. Das ist alles, was Guddie, Olaf und Dags in den Händen haben, um eine zufällig beobachtete Entführung aufzuklären – die ihnen leider niemand glaubt. Unbeirrt machen sich die drei daran, den Fall zu lösen. Eine atemlose Jagd durch Berlin beginnt, die ihnen jede Menge Abenteuer und eine heiße Spur beschert – und die ganz nebenbei ein neues Licht auf ihre Freundschaft wirft …

Meine Meinung:

Auf dieses Buch wurde ich durch den Autorennamen aufmerksam (Steinhöfel hat auch „Rico und Oskar“ geschrieben), zudem kam mir der Titel bekannt vor. Es stellte sich aber dann heraus, dass ich es mit dem Buch „Herr der Diebe“ von Cornelia Funke (wurde verfilmt) verwechselt habe.

Das Buch handelt von drei Kindern, die in Berlin ein Abenteuer erleben, als ein gewissenloser Geschäftsmann ein Kunstwerk aus dem Pergamon Museum stehlen will. Dag, Guddie und Olaf stellen Nachforschungen an und bringen sich am Schluss in große Gefahr.

Die Geschichte bietet dem jungen Leser vieles an. Da ist die 13-jährige Guddie, die aus einer Kleinstadt bei Frankfurt mit ihrer Mutter nach Berlin zieht, nachdem ihre Eltern sich scheiden gelassen haben. Guddie hat Probleme sich in der Stadt zurechtzufinden, hat noch keine richtigen Freunde gefunden, auf der Schule ist noch einiges ungewohnt und auch die Scheidungs-Situation belastet sie. Olaf, ein gleichaltriger Junge, hat ganz andere Probleme, er hört Stimmen im Kopf, die ihn zu Diebstählen anleiten. Er kommt aus einem reichen Elternhaus, sieht seine Eltern aber kaum und erhält nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit. In Dags Familie ist alles in Ordnung, ihr Vater ist Wissenschaftler und das hat auf sie abgefärbt: sie experimentiert sehr gerne, liest viel und versucht ihre Ratte Romeo zu dressieren. Mit ihrer Intelligenz eckt sie aber oft an. Man sieht, jeder der Dreien hat mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dazu sind es alle Teenager und eine kleine Liebelei bahnt sich an, und Konflikte die sich aus allen ihren Problemen und Nöten zusammensetzen, sind natürlich vorprogrammiert.

Der Handlungsort ist zum großen Teil rund um das Pergamon-Museum in Berlin. Erwachsene Berlin-Kenner werden sicherlich die ein oder andere Ecke beim Lesen erkennen, und Kinder kann so Berlin und das Museum näher gebracht werden.

Ganz wie nebenbei wird interessantes historisches Wissen vermittelt, sei es nun im Pergamon-Museum oder in Berlin selber. Auch die Bedeutung einiger Fremdwörter wird wiedergegeben, da die intelligente Dag ihre Freunde damit nervt.

Anschaulich kann sicherlich die Tatsache sein, dass es in der Geschichte kein Handy oder Recherchen am Computer gibt. Das Buch ist von 1995 (?), und so schleicht sich auch noch das ein oder andere Relikt aus der DDR-Zeit ein, wie z.B. ein Trabbi (obwohl es den ja heute auch noch zu sehen gibt) oder architektonische Besonderheiten. Die Relikte beziehen sich auf die Zeit 2-3 Jahre nach dem Mauerfall. Bezahlt wurde noch in DM, nicht in Euro.

Ein Spannungsbogen zieht sich durch Beobachtungen und Verfolgungsjagten in ganz Berlin so ziemlich von Anfang bis Ende. Und am Schluss wird es richtig gefährlich.

Fazit:

Die Geschichte hat einen ruhigen und -im positiven Sinne- spröden Erzählton. Sie lässt sich einfach lesen. Aber gerade bei den Problemen der Kinder oder bei den zwei Verliebten hätte ich mir einen weniger knappen Schreibstil gewünscht. Besonders interessant empfand ich das Setting in Berlin, und ich liebe einfach kulturhistorische Aspekte in Kinderbüchern, wie hier vom Pergamon-Museum. Dies wäre eine Möglichkeit vor oder auch nach einem evtl. Urlaub in der Hauptstadt Kinder mit diesem literarischen Lesefutter zu versorgen. Es erinnerte mich ein wenig an Erich Kästners „Emil und die Detektive“ (siehe Rezension https://kibureich.wordpress.com/category/autor/kaestner-erich/ ). Ganz nebenbei wird verschiedenartigstes Wissen vermittelt, das Interesse an Kulturgütern geweckt und einige Fremdwörter erklärt. Auch werden etliche Probleme im Teenager-Alter angesprochen wie erstes Verliebtsein, Diebstahl, Probleme mit Eltern und Geschwistern und verschiedene Familienkonstellationen.

Alles in allem ein solides Kinderbuch das auf mehreren Ebenen anspricht. Es ist Lesefutter für Wissbegierige Kinder und ebenso für solche, die Abenteuer und Detektivromane mögen.

 

Ausführlicher Inhalt: Weiterlesen

Linke, Dorit – Fett Kohle

Linke, Dorit Fett Kohle 978-3-7348-4706-6

Linke, Dorit
Fett Kohle
978-3-7348-4706-6

Inhalt:

Niklas kann sein Glück kaum fassen: Da landet doch tatsächlich eine Tasche voller Geld direkt vor seinen Füßen! Wenn das mal nicht die Antwort auf alle seine Probleme ist. Aber noch während er überlegt, was er mit der Kohle machen soll, stellt sich heraus, dass Niklas die Beute aus einem Banküberfall in die Hände gefallen ist – und plötzlich sind ihm die Gangster, die Polizei und sein eigenes schlechtes Gewissen auf den Fersen …

 

Meine Meinung:

Das Cover ist mit der Nahaufnahme einer Ledertasche mit Schnallen sehr auffällig. Man könnte sogar interpretieren, dass die Tasche verschmitzt lacht, da eine Naht wie ein grinsender Mund und die Schnallen wie Augen aussehen, wobei eine Schnalle noch den Eindruck eines blinzenden Auges macht.

Die Geschichte spielt in einem speziellen Milieu, im Kiez Neukölln/Berlin und der Ich-Erzähler Niklas beobachtet zufällig wie Bankräuber ihre Beute verstecken. Die Kapitel sind mit „Tag 1“ bis „Tag 8“ betitelt. Niklas holt sich die Beute und versucht dann das „richtige“ zu tun, was nicht einfach ist, da seine Patchwork-Familie Hartz-IV Empfänger ist und sie das Geld gut gebrauchen könnten. Er vertraut sich seinem besten Freund Felix an und gemeinsam suchen sie nach einer Lösung. Schwierigkeiten macht außer der eigenen Familie noch Murat, der Chef einer Gang in Niklas Schule und die Schule überhaupt. Das Jugendamt war auch schon bei ihnen zu Hause, der Stiefvater trinkt gerne einen, auf dem Schulweg passieren die Kinder Drogendealer, Alkoholiker und viele andere seltsame Typen …

Seite 128: „ Irgendwie hab ich immer gedacht, das das Amt einfach nur Geld verteilt. Man geht dorthin, die Sachbearbeiterin sitzt an einem Tisch und schiebt jedem, der vorbeiläuft, einen Schein rüber.“

Aus der Sicht von Niklas geschildert: der monatliche Gang zum Sozialamt um Hartz-IV abzuholen. Solche Aussagen machen mich dann auch nachdenklich, da diese Ansichten sicherlich dort von vielen Kindern übernommen werden, einfach, weil sie es nicht anders kennen und von Anfang damit groß werden. Und dadurch vielleicht später in dasselbe Schema fallen.

Ein besonderes Hobby hat Niklas, er geht gerne Kite-Surfen auf einem alten Flugfeld. Dort wollen Felix, er und auch Murats Gang, die er gezwungener Maßen mit involvieren musste, die Bankräuber selber fassen.

Der Handlungsort dieser Geschichte spielt in einem speziellen Milieu und bot mir neue Einblicke; z.B. wie sich der Weg eines Kindes aus einem „Problemviertel“ von der Mietswohnung in die Schule gestalten kann. Das man manche Typen am besten einfach ignoriert, das man in Parks vorbeikommt wo die Drogenabhängigen rumhängen und wie man damit als 10jähriger umgeht. Das war schon authentisch erzählt.

Jedoch empfand ich den Schreibstil der Autorin sehr oft als „abgehackt und staccato-artig“, das unterbrach ständig meinen Lesefluss. So richtig Stimmung und Spannung wollte bei mir keine aufkommen. Alles war sehr voraussehbar. Die Sprache war meistens dem Milieu angepasst. Das findet man in Kinderbüchern auch eher selten, macht dieses Buch darum aber besonders.

 

Fazit:

Das Gesamtpaket konnte mich nicht 100% überzeugen. Die Idee, das Setting in ein Brennpunkt-Wohnviertel zu legen ist sehr ambitioniert und findet mein vollstes Wohlwollen, aber die Geschichte selber war mir zu holprig und zu angestrengt gewollt. Viele Sätze klangen wie „hingeschossen“, was vielleicht auch an der heutigen Umgangssprache liegt.

Kinder, besonders Jungs, Kinder die in ähnlichen Verhältnissen groß werden, sehen diese Geschichte sicherlich mit anderen Augen und vor allen „erkennen sich wieder“. Von daher fand ich es wichtig, dass die Autorin dieses Thema aufgefasst hat.

Kästner, Erich – Emil und die Detektive

 

Kästner, Erich Emil und die Detektive ISBN: 978-3-7915-3012-3

Kästner, Erich
Emil und die Detektive
ISBN: 978-3-7915-3012-3

Inhalt:

Zum ersten Mal darf Emil allein nach Berlin fahren. Seine Großmutter und die Kusine Pony Hütchen erwarten ihn am Blumenstand im Bahnhof Friedrichstraße. Aber Emil kommt nicht, auch nicht mit dem nächsten Zug. Während die Großmutter und Pony Hütchen noch überlegen, was sie tun sollen, hat Emil sich schon in eine aufregende Verfolgungsjagd gestürzt. Quer durch die große fremde Stadt, immer hinter dem Dieb her, der ihm im Zug sein ganzes Geld gestohlen hat. Zum Glück bekommt Emil bald Unterstützung: von Gustav mit der Hupe und seinen Jungs.

 

 

Meine Meinung:

Das Buch und der Autor sind weltbekannt. Die Geschichte wurde vor ein paar Jahren neu verfilmt, und ich meine mich an einen älteren schwarz-weiß Film erinnern zu können.

Mitte Januar 2014 bekam ich die Liste mit den Literatur-Vorschlägen für ein Kinder- und Jugendbuch-Seminar. Die Liste enthielt auch Erich Kästner’s „Emil und die Detektive“. Ich beschloss, das Buch aus der Stadtbücherei auszuleihen, und war nun auch schon ganz auf das Original gespannt.

Ich fange mal mit dem Vorwort von Erich Kästner an, von dem ich dachte, es wäre einfach nur ein Vorwort, bis ich das Ende des Buches gelesen hatte. Also, im Vorwort ging es darum, wie Erich Kästner dazu kam, dieses Buch zu schreiben. Ich weiß nicht, ob es sich tatsächlich so abgespielt hat, oder ob das Vorwort auch mit zu der Erzählung zählt. Oder, ob die Erzählung tatsächlich so passiert ist. Das wäre ja auch eine Möglichkeit.

Nun hat mir das Vorwort aber nicht so gut gefallen, weil ziemlich viele Phantasie-Namen darin vorkommen und mir auch der Sinn dieses Vorwortes nicht bewusst war, so dass ich es einfach überflogen habe, nichts ahnend, das manches später doch noch verwendet werden würde, wie z.B. Emils Nachnamen, „Tischbein“. Wie kam es zu diesem Nachnamen? Ich denke, wenn man das Vorwort liest, weiß man es.

In dem Buch sind übrigens nach dem Vorwort Illustrationen von den Beteiligten und den Orten: Emil, Emils Mutter, der Zug, der Herr mit dem steifen Hut, Pony Hütchen, das Hotel, Gustav mit der Hupe, die Bank, die Setzerei der Zeitung.

Die Geschichte: Emil fährt mit dem Zug nach Berlin und wird unterwegs bestohlen. Alleine macht er sich an die Verfolgung des Diebes, wobei ihm Berliner Kinder zu Hilfe kommen. Am Schluss wird der Dieb dank der Kinder gefasst und Emil bekommt eine Belohnung.

Das Buch lässt sich schnell und leicht lesen, allenfalls an einigen altmodischen Redewendungen und Sprache kann man stören oder es auch im Gegenzug ganz sprachintensiv empfinden. Auch die Namen der Kinder bzw. deren Spitznamen sind ungewohnt: Gustav, Dienstag, Krummbiegel, Petzhold, Arnold, Traugott, Mittenzwey, Gerold …

Altmodische Redewendungen:

Emil sagt zu seiner Mutter: „Keine Bange junge Frau“

Haben Sie verbindlichen Dank mein Herr.

Keilt euch morgen.

Wer gibt mir Pinke?

Ich bring euch Kaffe mit. (Die Kinder bringen sich gegenseitig Kaffee!)

In der grünen Minna zum Alex.

Gott sei getrommelt.

Pony sagt zu ihrem Vater: „Alle Wetter Heimbolt, bist du eine Dickschädel“

Pony sagt zum Zugschaffner: „Sie sind mir ein ulkiger Knabe“.

 

Altmodische Wörter:

Pferdebahn (im Sinne von Zug/S-bahn), ondulieren, Holzklasse (im Zug), Coupe (Zugabteil), depeschiert (senden), Schupomann (Schutzpolizei), knorke, Akzelerator, Stafetten, Schlackwurst), Stuart Webb, Muskelpietschel, Hannaken …

Also, wie ihr lest, ziemlich ungewohnt.

 

Fazit:

Die Geschichte ist ein Klassiker der Kinderliteratur schlechthin. Sicherlich lässt sich auch vieles auf vielfältige Art interpretieren.

Die altmodische Sprache hat mich etwas irritiert, was auch daran gelegen haben konnte, dass ich mich im vorneherein nicht darauf eingestellt hatte. Trotzdem könnten manche Wörter fast eine Renaissance erleben, so originell sind sie.

Das Buch lässt sich schnell und einfach lesen, es ist für mich eine nette Geschichte, die in der heutigen Zeit vermeintlich nostalgische Erinnerungen und Gefühle vermitteln kann. Allerdings gibt es andere Geschichten, die mich mehr berührt oder mitgenommen haben.

Die Geschichte ausführlich:

 

***Vorsicht Spoiler ***

Emil fährt in den Ferien zu seiner Verwandtschaft (Tante, Großmutter, Cousine) nach Berlin. Seine Mutter ist alleinstehend, arbeitet als Friseuse und sie kommen mehr schlecht als recht zurecht. Man merkt, dass in der Zeit Erich Kästners, als er das Buch schrieb, 1929, noch „arme“ Zeiten herrschten. Emils Mutter unterstützt die Großmutter in Berlin, spart sich den letzten „Heller“ ab. Emil soll nun den Teil des Geldes, 120 DM, zur Übergabe mit nach Berlin nehmen. Das Geld ist in einem Umschlag in der Anzugtasche. Emil kam im Zug auf die Idee, das Geld zur Sicherheit mit einer Nadel am Anzug festzustecken. Das ist für später noch ein wichtiges Detail. 20 DM darf Emil für sich selbst und die Ferien behalten.

Ich war eigentlich erstaunt, dass man damals ein Kind einfach so in einen Zug nach Berlin setzte, entweder lag es wirklich an den „anderen Zeiten“ damals, oder wir sind heut zu empfindlich oder es ist einfach „dichterische Freiheit“.

Im Zug taucht „der Mann mit dem steifen Hut auf“, er nennt sich Herr Grundeis; der, als Emil einschläft und sie allein im Abteil sind, Emil das Geld stiehlt. Ein langes Kapitel handelt von Emils Traum. Es ist schon sehr gut beschrieben, wie sich Emils Aufregungen und Ängste in diesem Traum wiederspiegeln. Dennoch empfand ich dieses Kapitel als überflüssig. Emil erwacht, denkt als erstes an das Geld und ist ganz erschrocken, als es weg ist. Zwei Hauptgedanken gehen ihm durch den Kopf: Die Mutter hat umsonst gespart! Die Großmutter bekommt nun keinen Pfennig!

Gerade so kann er noch den Dieb/Mann verfolgen, muss dafür aber an einer anderen Station innerhalb Berlins aussteigen. Daher wartet seine Großmutter vergeblich am Hauptbahnhof in Berlin auf ihn.

Emil nimmt die Verfolgung auf und lernt Gustav kennen, der viele Freunde hat, die er alle flugs herbeordert und alle helfen mit, den „Herr mit dem steifen Hut“ zu observieren. Die ganze Aktion bekommt das Kennwort „Parole Emil“. Emil schreibt eine Nachricht an die Großmutter. Auf dem Nikolsberger Platz versammeln sich alle Freunde von Gustav und die Einrichtung einer Telefonzentrale wird beschlossen. Cousine Pony taucht zufällig auf. Die Verfolgung geht weiter, die Kinder wechseln sich ab, der Dieb verschwindet im Hotel Kreid. Gustav freundet sich schnell mit dem Liftboy an, und kann sich ebenso verkleiden, so dass sie den Dieb auch im Hotel beobachten können.

Als der Dieb das Hotel verlässt, verfolgt ihn eine ganze Kinderschar, 100 Berliner Kinder, und das fällt dann selbst dem dümmsten Dieb auf. Er flüchtet in eine Bank, und will sich die gestohlenen 140 DM wechseln lassen. Die Kinder kommen in die Bank und Emil beschuldigt den Dieb, der sich das aber so nicht gefallen lässt, und Beweise fordert.

Wie gut, dass Emil nun schnell einfällt, dass er die Geldscheine ja mit einer Nadel an seinem Anzug befestigt hatte, so dass diese Löscher haben müssen. Tatsächlich, der Dieb sieht sich überführt und flüchtet im allgemeinen Chaos, wird aber von der Horde Kinder aufgehalten.

Die Polizei kommt, Emil muss nun alles erklären, und wird sogar von der Zeitung interviewt, und hier kommt zufälligerweise wieder das Vorwort das Autors Erich Kästners zum Zug: Herr Kästner ist nämlich einer der Reporter! Und wie sich herausstellte, war er auch der Mann aus der „S-Bahn“, der Emil das Geld geliehen hatte, der ja „schwarz“ gefahren war, als er den Dieb abseits seiner Route verfolgte.

Emil fährt mit Herr Kästner in die Zeitungsredaktion, erzählt dort wieder alles, wird fotografiert, darf mit in die Setzerei der Zeitung und bekommt zu guter letzt ein Taxi nach Hause zu seiner Großmutter bezahlt. Endlich kann ihn die Berliner Verwandtschaft in die Arme schließen.

Plötzlich klopft die Polizei dort an die Tür, zuerst sind alle erschrocken, aber sie haben eine gute Nachricht. Der Dieb war ein Bankräuber und Emil bekommt eine Belohnung von 1000 DM. Da sie nun genug Geld haben, lässt Emil seine Mutter nach Berlin kommen, die erst im Zug zufälligerweise aus einer Zeitung von den Abenteuern ihres Sohne erfährt.

Emil will von der Belohnung für seine Mutter einen elektrischen Trockenapparat für ihr Arbeit als Friseuse kaufen und einen gefütterten Mantel, und für sich einen Fotoapparat.

Fazit:

Ein Buch in  altmodischen Sprache, darauf muss man sich einlassen wollen. Das aber wiederum auch einen sehr positiven Reiz ausmachen kann. Einen tiefen literarischen Sinn konnte ich darin allerdings nicht erkennen. Es ist im Prinzip eine nette Geschichte, die sich schnell und einfach lesen lässt. Sie spiegelt das Leben von Kindern in der Zeit von 1929 wieder: Abenteuer, Freundschaft, Banden und die Großstadt Berlin sind ein Hauptthema. Es kommen Fremdwörter darin vor, auch Wörter, die es heute nicht mehr so gibt.

Ein Buch sicherlich für Leseratten oder für interessierte, die sich in die gute alte Zeit zurück katapultieren lassen wollen.