Die Krickelkrakels – Das Rüttel-Schüttel-Puste-Buch

Die Krickelkrakels Das Rüttel-Schüttel-Puste-Buch 978-3-7891-6647-1

Die Krickelkrakels
Das Rüttel-Schüttel-Puste-Buch
978-3-7891-6647-1

Inhalt:

Kreativer Kinder-Mitmachspaß mit Schweinchen Egon!
Schweinchen Egon hält es nicht zu Haus. Er möchte in die Welt hinaus, und die Leser helfen ihm dabei. Sie drücken auf Farbtuben, damit Egon malen kann, lenken seine Rakete durch den Weltraum, bewegen die Flügel der Möwe, auf der er fliegt, auf und ab und sagen den magischen Zauberspruch auf, damit Egon keine Angst vor dem dunklen Wald haben muss. Drehen, wenden, pusten, schütteln: ein Bilderbuch für viele Sinne!

Meine Meinung:

Ein super-tolles Mitmachbuch! Kinder werden es lieben.

Ich habe es im Kindergarten einer gemischten Gruppe vorgelesen und habe vorher erklärt, dass ich für dieses Buch Hilfe brauche, dass jedes Kind mir einmal helfen darf, so dass jeder an die Reihe kommt.

Und schon ging es los:

Guten Morgen Egon! Es ist Zeit aufzustehen. Kannst du Egon mit einem lautem Weckergeräusch wach machen?

Ich bat die Kinder einen Wecker nachzuahmen. Ich habe gefragt, wer von den Kindern einen Wecker hat und die Kinder haben dann alles mögliche erzählt. Es stellte sich z.B. heraus, dass jeder Wecker ein anderes Klingelgeräusch hat, ein Mädchen hatte einen Pferdewecker, der hat statt des Klingeltons gewiehert hat.

Bevor ich weiterlas, bat ich die Kinder das Weckergeräuch nochmal lauter nachzuahmen, damit Egon auch wirklich wach wird.

Egon beginnt seinen Tag, ein kleines Abenteuer nimmt seinen Lauf, dafür braucht Egon die Unterstützung der Leser/Zuhörer: Das Buch muss auf jede erdenkliche Weise gerüttelt und geschüttelt werden, dann mal nach rechts und mal nach links gekippt und gedrückt werden. Ja, manchmal muss sich das Buch sogar ausruhen! Die Zuhörer müssen rufen, reimen und neu dichten. Durchatmen, antippen, anpusten …

An einer Stelle im Buch konnten die Kinder mit zwei Fingern auf Spurensuche gehen, und das wollten alle Kinder! Also durfte jedes Kind an dieser Mitmachstelle mitmachen, nacheinander natürlich.

An der Stelle, an der Egon auf dem Trampolin hüpfte, ergab sich ein Gespräch mit den Kindern, wer ein Trampolin hat und überhaupt haben wir festgestellt, dass viele Kinder eines bei Oma und Opa haben. Obwohl es nicht im Buch stand, bat ich alle Kinder zu hüpfen wie Egon es im Buch tat.

An der Stelle, als an der Rakete die Bremsdüsen aktiviert werden mussten, wollten auch wieder alle Kinder die gelben Tasten drücken. Egon einen Gute-Nach-Kuss geben wollten die Wenigsten.

Also, in diesem Buch ergeben sich sehr viele aktive Mitmachgelegenheiten und Gesprächsanlässe. Das Buch ist mit 80 Seiten ziemlich umfangreich, jedenfalls für eine Kita Gruppe. Je nachdem wie man die Gesprächsanlässe steuert oder wie sich diese ergeben, werden einige Kinder nicht bis zum Schluss durchhalten. Die Konzentrationsfähigkeit zum zuhören lässt mit der Zeit rapide nach.

Aber egal wie, mit diesem Buch kann man jedes Kind erreichen. Ein Kind fragte mich zwischendrin „ob das ein Zauberbuch wäre“.

Bemängeln muss ich die dünnen Seiten – Pappseiten wären besser gewesen, allerdings wäre das Buch dann sehr dick geworden. Es kommt natürlich auf den Einsatz des Buches an. Wie bei mir in der Kita, wo ALLE Kinder das Buch anfassen und mitmachen wollen, werden die dünnen Seiten dies nicht unbeschadet überstehen. Man könnte natürlich, so wie ich, vorher mit den Kindern verabreden, dass jedes Kind nur einmal an die Reihe kommt. Aber weil das Buch so viel Spaß macht, kam ich nicht umhin, einige Aktivitäten ALLEN Kindern zugänglich zu machen.

Immer eine gute Idee ist es, die Geschichte ein klein auswendig zu kennen, das erleichtert das erzählen, denn so kann man das Buch in Richtung Kinder aufgeschlagen lassen, so dass alle gleichzeitig mit schauen können.

Fazit:

Inhalt und Mitmachangebote gehen Hand in Hand. Man kommt selber noch auf einige zusätzliche Ideen. Nicht nur unruhige Kinder werden das Buch lieben, denn „still sitzen“ war gestern.

Ob Einzel oder in der Gruppe, das Buch begeistert.

Empfehlenswert!

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Opel-Götz, Susann – Außerirdisch ist woanders

Opel-Götz, Susann Außerirdisch ist woanders ISBN: 978-3-7891-4437-0

Opel-Götz, Susann
Außerirdisch ist woanders
ISBN: 978-3-7891-4437-0

Inhalt:

Von einem anderen Stern? Manchmal ist das Fremde näher, als man denkt!
Seit langem ist Jona davon überzeugt, dass Außerirdische unter den Erdlingen leben und dass man sie nur erkennen muss. Als dann Henri in seiner Klasse auftaucht, ist für Jona die Sache klar. Nicht nur, dass Henri merkwürdig ist, Jona ist sich auch völlig sicher, dass Henri A.L.F. ist, eine „Außerirdische Lebensform“. Endlich hat Jonas einen echten Außerirdischen gefunden! Während er versucht, alles über das fremde Leben Henris zu erfahren, merkt er kaum, wie sehr ihm Henri ans Herz wächst. Und vielleicht ist so ein bester Freund ja viel wichtiger als ein Alien? Eine literarisch dicht komponierte Parabel über Freundschaft und soziale Unterschiede, bildhaft erzählt und wunderschön illustriert von Susann Opel-Götz.

 

Meine Meinung:

Ein Buch das auf der Auswahlliste für ein Literaturseminar stand.

Es handelt vom 10-jährigen Jona, der einfach cool ist. Jonathan, genannt Jona. Er hat viel Phantasie und viel „Kopfkino“. Jona hält Henry (den Neuen in der Schule) für einen Außerirdischen. Das hört sich schräg an, ist aber authentisch glaubhaft und nachvollziehbar erzählt. Im Laufe der Geschichte ahnt man, dass Henry aus (wir würden es so nennen) „einem sozialen Brennpunkt-Viertel“ kommt, obwohl er sich absolut liebenswürdig und unauffällig benimmt.

Der Anfang und das erste Drittel des Buches sind echt witzig geschrieben, humorvoll und genau auf den Punkt gebracht. Die Art des Humors erinnerte mich ein wenig an eine Comedy Show, aber im positivsten Sinne.

Im zweiten Drittel der Geschichte wird der Ton der Geschichte dann ernster, der Leser bekommt immer mehr Einblicke in Henrys Leben, in seine ärmlichen Verhältnisse, und im Gegenteil dazu Jonas gutsituiertes Leben mit einer Ökotrophologie studierenden Haushaltgehilfin und Babysitterin.

Jona freundet sich mit dem älteren Nachbarn Herr Bullerdieck an, dessen Kalendersprüche, die öfters zitiert werden, haben es „in sich“, es gibt viele Ansätze zum nachdenken.

Im letzten Drittel bekommt die Freundschaft leichte Risse, da Henry ausgegrenzt wird und Jona sich entscheiden muss, auf welcher Seite er steht. Wegschauen oder Hingucken? „Die Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht.“

Das Ende war nicht so wie ich es erhofft habe, aber dafür sehr realistisch.

Fazit:

Ein sehr empfehlenswertes Buch für Kinder und Erwachsene! Unbedingt Lesen!

Robinson, Barbara – Hilfe die Herdmanns kommen

Robinson, Barbar Hilfe die Herdmanns kommen 978-3-7891-1989-7 Oetinger

Robinson, Barbara
Hilfe die Herdmanns kommen
978-3-7891-1989-7
Oetinger

Inhalt:

Der ganze Stadtteil ist sich einig: Die Herdmann-Kinder sind die schlimmsten Kinder aller Zeiten. Sie lügen, klauen, rauchen Zigarren (auch die Mädchen), bringen die Nachbarn zur Verzweiflung und können ein Klassenzimmer mit Hilfe ihrer halb wilden Katze in der Rekordzeit von drei Minuten völlig leer fegen. Jetzt haben sie es sogar geschafft, sämtliche Hauptrollen in dem Krippenspiel zu bekommen, das zu Weihnachten aufgeführt werden soll. Natürlich erwartet jeder das schlimmste Krippenspiel aller Zeiten…

Meine Meinung:

Eine Empfehlung meiner Stadtbücherei. Es sollte witzig sein. Der Anfang fiel mir schwer, da die „witzigen“ Begebenheiten etwas altmodisch und mir „zu aufgesetzt“ dargestellt wurden. Wie gut, dass die zweite Hälfte dann etwas nachdenklicher und für mich ansprechender wurde. Die Geschichte hatte ich in einer Stunde gelesen. Es gibt verschiedene Kapitel und ein paar Illustrationen.

Die Handlung umfasst als Hauptprotagonisten die Kinder der Familie Herdmann und wird von einem Mädchen aus der Nachbarschaft erzählt. Alle Klischees und noch viel mehr von einer sozial benachteiligten Familie werden satirisch und grotesk gesteigert (wie ich meine) erzählt: böse, ungezogen, auffällig, asozial (?), schlau-dumm …  Sie erinnerten mich teilweise an die Olchis, die diesbezüglich aber harmlos sind.

Die Geschichte sollte witzig sein, aber ich habe nur einmal während des Lesens gelacht und sehr selten geschmunzelt. Das mag wohl auch an meinem Verständnis für Humor liegen. Oder könnte es sein, dass dieses Buch „in die Jahre gekommen“ ist? Oder bin gar ich zu alt für dieses Buch?

Diese Klischees und Übersteigerungen ändern sich, als die Herdmanns das Krippenspiel übernehmen: Nachdenklich staunen sie über die Weihnachtsgeschichte (besonders König Herodes hat es Ihnen angetan) und stellen sich durchaus nachvollziehbare Fragen. Die ganze Gemeinde lauert am Weihnachtsabend auf die Aufführung in der Kirche – und erleben eine etwas andere Weihnachtsgeschichte.

Fazit:

Wie ich festgestellt habe, gehöre ich zu einer Gruppe Minderheits-Rezensenten, die dieses Buch nicht himmelhoch loben.  Die Streiche bzw. die Taten der Herdmanns finde ich nicht witzig und leider noch nicht mal witzig erzählt Vielleicht liegt es an der Entstehungszeit dieser Geschichte in den 70iger (?) Jahren, mir kamen die komödienhaften Szenen zu altmodisch und zu gewollt daher. Die Geschichte wird für meinen Geschmack erst in der zweiten Hälfte interessant und erzählt eine Weihnachtsgeschichte in einem anderen, durchaus auch besinnlichen Kontext. Ein Krippenspiel mit Botschaft und „doppelten Boden“: Anders sein und ausgegrenzt sein, wer wüsste besser als die Herdmanns, was dies bedeutet. Gerade am Schluss kam mir die Assoziation mit der aktuellen Flüchtlingslage (2015 Syrien).

Das Besondere an dieser Geschichte ist die „unerwartete andere“ Sicht auf die Weihnachtsgeschichte.

Lindgren, Astrid – Ferien auf Saltkrokan

Lindgren, Astrid Ferien auf Saltkrokan ISBN 3-7891-4119-4

Lindgren, Astrid
Ferien auf Saltkrokan
ISBN 3-7891-4119-4

Inhalt:

Ferien auf Saltkrokan! Pelle, seine große Schwester Malin und seine beiden Brüder entdecken auf der kleinen Insel die unberührte Natur der schwedischen Schären. Sie baden im Meer, fangen Fische, sammeln Pfifferlinge und feiern Mittsommer. Nichts aber ist schöner für Pelle, als gemeinsam mit Tjorven, dem Inselmädchen, und ihrem großen Bernhardinerhund Bootsmann über die Felsen und durch den Wald zu streifen und dabei von einem Abenteuer ins nächste zu stolpern …
„Ein schöneres Ferienbuch kann man sich nicht wünschen! Es ist Sommer, man fühlt ihn auf der Haut …“ (Süddeutsche Zeitung)

 Meine Meinung:

Mit einem Büchereiteam haben wir (drei Ehrenamtliche) eine Astrid-Lindgren-Lesenacht geplant und auch im August diesen Jahres (2015) durchgeführt. Aus diesem Grund hatte ich beschlossen, verschiedene Astrid Lindgren Bücher zu lesen. Viele Ihrer Geschichten kannte ich überwiegend aus dem Fernsehen, wie z.B. „Michel aus Lönneberga“, „Pippi Langstrumpf“ oder „Karlsson vom Dach“. Aber gelesen? Ich kann mich irgendwie nicht so recht erinnern, als Kind Astrid Lindgren GELESEN zu haben.

Wie immer ist „meine“ öffentliche Bücherei (es ist eine andere, als die, in der ich ehrenamtlich arbeite) eine Quelle der Inspiration zur passenden Zeit: stolperte ich doch regelrecht über das Buch „Ferien auf Saltkrokan“, das in einem Regal quer stand und angeboten wurde. Ich griff zu.

Das Buch lässt sich schnell und leicht lesen. Die Beschreibung der Lebensweise der Menschen auf den Schären-Inseln ist wunderschön nostalgisch, das Thema etwas verklärt. Vielleicht auch etwas zu romantisch dargestellt, aber wir sehen heute ja auch sowieso meistens nur noch „die gute alte Zeit“.

Die ruhigen Landschaftsbeschreibungen sind einfach absolute Wohlfühl-Glückslandschaften, selbst wenn dicker Nebel aufzieht. Ich möchte hier einfach mal ein paar Stichwörter geben: Sanfter Sommerwind, warmer Fels, Abendluft, Wellengeplätscher, Seligkeit, Apfelbäume, Blütenschnee … Und im Winter: Wintertage, vereister Fjord, warme Küche, Herd, Holz, Feuer, Eisblumen am Fenster…

Die Familie Melcherson hat für die Sommermonate ein Ferienhaus auf der Insel Saltkrokan gemietet. Ein altes, etwas heruntergekommenes und verfallenes Haus, aber mit viel Charme und Charakter. Die Familie besteht aus Melcher (Papa), Malin (19jährige Tochter), Johann und Niklas (Söhne, so um die 12 Jahre alt) und Pelle (7 Jahre). Die Mutter ist vor paar Jahren gestorben. Vater Melcher, mit seiner besonderen und linkischen Art, hält die Familie mehr recht als schlecht als Schriftsteller über Wasser. Tochter Malin erzieht als Mutter-Ersatz ihre Geschwister und erledigt den Haushalt.

Auf der Stelle verlieben sich alle (auch der Leser) in das ehemalige Schreinerhaus auf Saltkrokan mit dem wunderschönen Garten am Meer. Alle genießen die langen Ferientage, jeder auf seine Weise. Melcher versucht sich ziemlich erfolglos als Handwerker, wenn er nicht gerade am Schreiben ist; Malin macht den Haushalt und verliebt sich, Johann und Niklas haben sich mit den Schwestern Freddy und Teddy angefreundet und Pelle mit den Nachbarskindern Stina und Tjorven. Pelle liebt alle Tiere, selbst die Wespen, selbst das Wespennest untern Dach, und besonders neidisch ist er auf Tjorven, weil – Tjorven hat einen riesigen gutmütigen Bernhardinerhund genannt „Bootsmann“.

Die Melcherson-Stadtkinder lieben die Insel und der Leser wird das gemächliche Leben dort lieben. Die Kinder sind den ganzen Tag draußen: sie streifen durch die Wälder und Weiden, sie spielen auf den Felsen, sie angeln, sie kaufen Kaninchen, sie bauen Häuschen, sie rudern aufs Meer … eine Kindheit draußen in der Natur wie man sie sich in den schönsten Träumen vorstellt. Da ich selber auch „auf dem Land“ groß geworden bin, kann ich einige Aktivitäten gut nachvollziehen, wir kamen erst nach Hause wenn es dunkel wurde und das war kein Problem. Da tat sich bei mir ein sehnsuchtsvolles Erinnern auf. Die Kinder in der heutigen Zeit von Internet & Co werden eine solche Kindheit kaum noch erleben. Schade.

Etwas philosophisch wird es in einem Kapitel „Dieser Tag ein Leben“.

Seite 90: „Hier steht: Dieser Tag ein Leben – das bedeutet, man soll gerade an diesem Tag so leben, als hätte man nur diesen einen. Man soll auf jeden einzelnen Augenblick achtgeben und spüren, dass man wirklich lebt“.

Und Melcher lebt diesen Tag wirklich, ein Missgeschick nach dem anderen passiert aber am Ende das Tages fügt sich alles wunderbar zusammen. Carpe diem.

Die Beschreibung der Kinder gelingt Astrid Lindgren wirklich gut. Vor allem die ja doch schon etwas sehr bestimmende Tjorven hatte es mir angetan, der tierliebe Pelle war ein heimlicher Liebling und zu guter letzt – der brave Bootsmann. Köstlich amüsant!

Zuletzt zum Cover – ich gestehe, ich hatte es öfters schon mal gesehen und keine Ambitionen verspürt, dieses Buch zu lesen: Das Cover war mir zu altmodisch. Nun aber, nachdem ich das Buch gelesen habe, denke, es passt haargenau. Es sollte sich niemand wegen des Covers abhalten lassen, das Buch zu lesen!

Fazit:

Wenn ich das Buch Erwachsenen Lesern ans Herz legen möchte, dann aus nostalgischen Gründen und denjenigen, die schon immer mal so „nebenbei“ die schwedische Schäreninsel-Welt kennen lernen wollen. Schöne Kindheitserinnerungen an lange Tage draußen werden den ein oder anderen überfallen und wenn nicht, bleibt immer noch der Gedanke, wie eine Kindheit gewesen sein könnte. Auch als Strandlektüre geeignet. Ich bekam jedenfalls Lust, mal Urlaub auf einer Schäreninsel zu machen.

Kinder werden sich in der Geschichte vielleicht in den langen Tages des süßen Herumtreibens erkennen, oder aber sich bewusst werden, dass es noch eine Welt außerhalb des Internet und Fernsehens gibt. Der Verlag hat das Lesealter ab 10 Jahre angegeben.

Jedenfalls habe ich ebenso Lust bekommen, mir den Film anzuschauen und werde die komplette DVD Box „Ferien auf Saltkrokan 1-5“ kaufen.

Boie, Kirsten – Der Junge der Gedanken lesen konnte – ein Friedhofskrimi

Boie, Kirsten Der Junge der Gedanken lesen konnte Ein Friedhofskrimi ISBN 978-3789131912

Boie, Kirsten
Der Junge der Gedanken lesen konnte
Ein Friedhofskrimi
ISBN 978-3789131912

Inhalt:

Während der Sommerferien zieht Valentin mit seiner Mutter in eine neue Stadt. Auf dem Friedhof nebenan findet Valentin ungewöhnliche Freunde: Bronislaw, den Friedhofsgärtner, Herrn und Frau Schilinsky, die den Friedhof als Schrebergarten nutzen, und Dicke Frau, die immer ihren Einkaufswagen dabei hat. Plötzlich überstürzen sich die Ereignisse: Bronislaw wird niedergeschlagen und Dicke Frau ihr Golddollar gestohlen. Valentin beschließt, die Fälle zu lösen – dabei hilft ihm nicht nur Nachbarsjunge Mesut, sondern auch seine Gabe, Gedanken lesen zu können.
Freundschaft und Spannung – ein poetischer Kinderkrimi von Kirsten Boie.

 

Meine Meinung:

Ein Buch, das auf der Auswahlliste für ein Seminar „Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur“ meiner Weiterbildung stand.

Also, zunächst einmal wusste ich nicht, was mich erwartet. Das Buch und der Titel ließen nicht auf so ernste Themen wie Integration, Gemeinschaft, Tod, Trauer und Schuld schließen. Die Autorin hat dies alles in einer anspruchsvollen und schönen Geschichte vereint. Das Buch ist in der Ich- Form geschrieben, und hat eine eigentümliche, manchmal auch fein komödiantisch-ironische Sprache, an die ich mich gewöhnen musste, aber dann gefiel es mir immer besser. Das Buch zog mich in seinen Bann. Die Autorin hat die oben genannten Themen ganz wunderbar umgesetzt.

Einige Leser werden sich vielleicht an dem makaberen Handlungsort „stoßen“, als z.B. eine Grabstätte in einen Schrebergarten umfunktioniert wird.

Für mich war das absolut glaubhaft in der Geschichte umgesetzt, vielleicht sollte der Leser auch eine kleine Affinität zu Friedhöfen haben. Mir geht es jedenfalls so, dass ich gerne mal um der Großstadthektik zu entkommen, durch ältere Friedhofsteile spaziere und mir besondere Grabdenkmäler anschaue. Da liegt eine besondere und ruhige Atmosphäre zu jeder Jahreszeit, der Lärm bleibt außen vor, man kann sich hinsetzten, nachdenken und ausruhen.

Im Buch und der Geschichte ist das Ganze ist so liebevoll beschrieben, dass ich fast gespürt habe, ich würde gerne selber dort in der geselligen Friedhof-Schrebergarten-Gemeinschaft sitzen. Ich konnte mir den Schatten der Bäume und die flimmernde Hitze, die ruhige Friedhofsatmosphäre und die Freunde gut vorstellen. Der sympathische Hauptprotagonist Valentin war sehr authentisch dargestellt, einige Erwachsene etwas „schräg“.

Der Friedhofskrimi an sich ist eher im Hintergrund „tätig“, dann so nach und nach entblättert sich dann die Familientragödie, Freundschaften entstehen und es gibt Hoffnung.

 

Fazit:

Ein ungewöhnlicher Handlungsort wunderbar in Szene gesetzt. Ein ernstes Thema kommt auf leisen Sohlen daher und haut einen dann um.

Wunderbar. Sehr empfehlenswert.