Dahl, Roald – Der magische Finger (Hörspiel)

Dahl, Roald Der magische Finger (Hörspiel) 978-3-86231-549-9 D>A<V (Der Audio Verlag)

Dahl, Roald
Der magische Finger (Hörspiel)
978-3-86231-549-9
D>A

Inhalt:

Zu viel ist zu viel! Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass die verschrobene Frau Winter ständig wie ein wild gewordenes Huhn auf einem herumhacken muss. Aber dann auch noch vor der ganzen Klasse bloßgestellt werden, und das völlig zu Unrecht? Da ist es doch nur verständlich, früher oder später mal die Fassung zu verlieren… Dieser Umstand erweist sich allerdings längst nicht als so harmlos, wie er zunächst vermuten ließe. Zumindest, wenn man Trixi heißt und Magie aus seinem Finger schießen lassen kann! Ob sie die unliebsame Lehrerin wohl absichtlich in ein Katzenhörnchen verwandelt hat? Trixi weiß es nicht. Doch was sie weiß: Sie nimmt sich von nun an ganz fest vor, nie wieder auch nur einen Finger an jemanden zu legen! Leichter gesagt als getan, wird es ihr mit den Jagdmarotten der Nachbarsfamilie Bollei doch schnell zu bunt. Als sich Henry, Philip und Herr Bollei trotz guten Zuredens weiterhin uneinsichtig zeigen und armen, unschuldigen Tieren zum Vergnügen den Garaus machen, beginnt es in Trixis Finger wieder einmal gehörig zu kribbeln und zu jucken. Und bald schon müssen die Bolleis am eigenen Leib erfahren, wie sich Entenflügel und orangefarbene Watschelfüße anfühlen…

Meine Meinung:

Aufmerksam auf diese Hör-CD wurde ich durch die Wahl der „CD des Monats“ von der „Stiftung Zuhören“.

Man legt die CD ein und ist sofort mitten im Geschehen. Obwohl ich zuerst nicht einordnen konnte, wo „ich“ war, denn die CD beginnt mit Geflüster und Geschrei. Die Szene klärt sich aber, sie findet in einer Schule statt, als die Lehrerin Frau Winter mit Trixie schreit. Ja richtig, sie schreit, und diese Stimme hat mich ganz schön irritiert. Gut, dass Trixie sich unbewusst zu helfen weiß …

Man wird als Hörer sofort mitgenommen, weiß aber noch nicht, wohin. Als Trixie ihre Freunde Henry und Philip mit ihrem Vater bei der Jagd trifft, nimmt die fantastische Handlung seinen Lauf. Das Temperament geht mit Trixie durch, und – tja, zunächst passiert nichts, der Hörer ist irritiert und wartet gespannt auf die Dinge, die sich unterschwellig mit entsprechender Musik ankündigen. Trixie hat der gesamten Familie Bolleis unabsichtlich den „Vier-Enten-Fluch“ (so nenne ich es) angehängt. Uns so nimmt die skurrile und fantastische Geschichte Fahrt auf. Mein Sohn (10 Jahre) musste an mehreren Stellen lachen, z.B. als es um Schnecken-Hot-Dogs ging.

Ein kleiner Exkurs: Alle Hörspiele und Hörbücher höre ich mit meinem Sohn zusammen in unserem Wohnzimmer. Ich weiß nicht, wie weit andere Eltern das ebenso tun, viele Kinder hören die Hörspiele vielleicht allein in ihrem Kinderzimmer. Insofern ist es auch so eine Sache, ob eine Anschlusskommunikation stattfindet oder nicht. Von daher komme ich jetzt, als erwachsener Zuhörer einer Kinder-CD,  nicht umhin, mir ein paar Gedanken bezüglich der Situation zu Jagd und Naturschutz zu machen. Denn aus dieser Geschichte werden die Jäger der Familie Bolleis „geläutert“ herausgehen, selbst die Mutter, die das Wild für Mahlzeiten zubereitet hat. Einzig allein, dass die Jagd hier im Allgemeinen (Enten schießen, Rehe schießen) in dieser Geschichte so „schlecht“ wegkommt, könnte das Hörvergnügen von elterlichen zuhörenden Hobby-Jägern trüben. Bzw. gegenteilig wird die Geschichte von elterlichen zuhörenden Jagd-Gegnern und Tierschützern sehr genossen werden. Es gibt seit Jahren ein Für und Wider zu diesem Thema. Auf der einen Seite der Jagdverband, der ein Reglement/Kontrolle des Wildbestandes durch abschießen für sinnvoll erachtet. Auch angesichts dessen, dass Wildtiere mittlerweile die Städte auf der Suche nach Nahrung „erobern“. Auf der anderen Seite die Natur- und  Tierschützer, die der Meinung sind, die Natur selektiert auf natürliche Weise aus. Diese Ansichten sind für Kinder noch nicht oder nur zum Teil nachvollziehbar. Somit bietet diese Geschichte ein kontrovers diskutiertes Thema für Kinder, und je nach dem wie die persönliche elterliche Meinung ist, kann man mit den Kindern nach dem Hören auch das „Für“ und „Wider“ zwischen Jagd und Naturschutz kommunizieren. Alles in allem war das aber jetzt , wie oben erwähnt, ein Exkurs. Ich möchte diesen nur als Anregung mitgeben, die Geschichte ist ein wenig skurril und vielleicht mache ich mir als Erwachsene einfach zu viele Gedanken.

Auf der Internetseite der Stiftung Zuhören gibt es als PDF Datei unter anderem ein paar Ideen zur Umsetzung und Anschlusskommunikation, die ich sehr empfehlen möchte.

Fazit:

Diese Geschichte lässt sich wirklich gut zwischendurch hören, da sie nur eine Laufzeit von 39 Minuten hat. Den Einstig fand ich etwas schwierig, aber das ist schnell vorbei, als die fantastische Geschichte ihren Lauf nimmt. Dank der passenden Hintergrundgeräusche konnte ich mich gedanklich absolut in die Szenerie hineinversetzen. Auch mein 10-jähriger Sohn und ein 7-jähriger Nachbarsjunge der zu Besuch war, hörten begeistert zu. Die Geschichte hat eine moralische Botschaft (Jagd vs. Tierschutz), die je nach Gesinnung der Eltern diskutiert werden kann. Dennoch ist es eine witzige und zum nachdenken anregende Idee, wie hier der Spieß umgedreht wird und aus Jägern Gejagte werden. Es ist auf diesem Weg wirklich amüsant, eine andere Sicht auf die Dinge zu erlangen. Ich habe auch ein wenig Schadenfreude gegenüber den Bolleis gespürt, nach dem Motto „selber Schuld“. Ebenso sind Wut, Gerechtigkeit und Magie ein Thema.  Kinder werden an der Geschichte auf alle Fälle viel Freude haben.

Hier der Link zum Hörbuch-Verlag und zur Hör-CD: http://www.der-audio-verlag.de/hoerbuecher/der-magische-finger-dahl-roald-978-3-86231-549-9/

Hier der Link zur Stiftung Zuhören: http://www.zuhoeren.de/home/hoer-und-leseempfehlungen/cd-des-monats.html