Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) – Rosie und Moussa: Beste Freunde für immer (Band 3)

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) Rosie und Moussa: Beste Freunde für immer Band 3 978-3-407-82052-5 Beltz & Gelberg

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin)
Rosie und Moussa: Beste Freunde für immer
Band 3
978-3-407-82052-5
Beltz & Gelberg

Inhalt:

Seit Onkel Ibrahim für eine Weile bei Moussas großer Familie wohnt, gefällt es Rosie dort besonders gut. Onkel Ibrahim, der in Schwierigkeiten steckt, glaubt nicht an Zufälle, aber ist es wirklich Vorsehung, als er im Treppenhaus mit Rosies Mutter zusammenstößt?Rosie und ihre Mutter leben zu zweit in der Wohnung, bei Moussa sind sie jetzt sechs plus Onkel Ibrahim, das macht sieben! Für Rosie gibt es nichts Schöneres, als dort mit am Tisch zu sitzen, wenn ihre Mutter später nach Hause kommt. Onkel Ibrahim sagt, dass man Liebe nicht sehen kann. Aber Rosie hat ihre Mutter noch nie so gesehen! Moussa hofft gar, dass die beiden heiraten, dann ist das Problem mit der Aufenthaltsgenehmigung seines Onkels gelöst. Rosie weiß nicht so recht, was sie davon halten soll. Doch dann kommt ein Brief von Papa… Weiterlesen

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) – Rosie und Moussa: Der Brief von Papa (Band 2)

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) Rosie und Moussa: Der Brief von Papa Band 2 978-3-407-82045-7 Beltz & Gelberg

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin)
Rosie und Moussa: Der Brief von Papa
Band 2
978-3-407-82045-7
Beltz & Gelberg

Inhalt:

Ein neues herzzerreißendes Abenteuer von Rosie und Moussa, in dem es um Lügen, Geheimnisse und all die Nöte geht, die Rosie aushalten muss, weil sie Mama nicht erzählen darf, dass sich Papa bei ihr gemeldet hat – aus dem Gefängnis. Einfühlsam und mit vielen großartigen Bildern.

Rosie erzählt Mama alles. Immer. Wenn sie traurig ist oder allein und auch, wenn sie sehr, sehr glücklich ist. Aber jetzt hat Rosie ein Geheimnis – sie hat herausgefunden, wo Papa steckt. Er ist im Gefängnis am anderen Ende der Stadt. Dabei hat Mama immer gesagt, er sei am Ende der Welt. Rosie plant einen heimlichen Besuch. Wie gut,  Weiterlesen

Waechter, Philip – Endlich wieder zelten

Waechter, Philip Endlich wieder zelten 978-3-407-82065-5 Beltz und Gelberg

Waechter, Philip
Endlich wieder zelten
978-3-407-82065-5
Beltz und Gelberg

Inhalt:

Warum Zelten das Größte ist und es in jeder Hinsicht für einen unvergesslichen Sommer sorgt, erzählt Philip Waechter für alle Zelt-Fans. Oder für solche, die es jetzt unbedingt werden wollen, was mit solch einem charmanten Bilderbuch kein Problem sein dürfte!

Zelt-Urlaube sind jedes Jahr und immer wieder voller Tücken und Herausforderungen, ob es um den Aufbau des Zeltes geht, ob man mit unliebsamen Nachbarn oder Mückenplagen zu kämpfen hat. Aber egal, für Tim ist der Zelturlaub am Meer das Allergrößte, weil es niemals langweilig wird, man ungeahnte Freiheiten hat und sofort neue Freunde findet. Ein Bilderbuch voller liebevoller Beobachtungen – viele kleine Szenen aus dem Zelltalltag und großartige Bilder, die davon erzählen, in welchem Moment das Zelten zum echten Abenteuer wird …

Meine Meinung:

Gleich am Anfang fallen mir diese  Weiterlesen

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) – Rosie und Moussa (Band 1)

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) Rosie und Moussa Band 1 978-3-407-82024-2 Beltz & Gelberg

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin)
Rosie und Moussa
Band 1
978-3-407-82024-2
Beltz & Gelberg

Inhalt:

So ein Abenteuer! Eigentlich wollten Rosie und Moussa nur kurz aufs Dach, weil man von dort die ganze Stadt und bis zum Meer sehen kann. Doch die beiden werden aus Versehen ausgesperrt. Von ihrer Mutter aber weiß Rosie, dass es immer eine Lösung gibt, für alles … Anrührend und spannend und mit vielen Bildern erzählt – solch eine Geschichte über die Freundschaft zweier Großstadt-Kinder ist selten. (Quelle Beltz und Gelberg)

Meine Meinung:

Eine Freundin erzählte mir begeistert von diesem Buch und ich kann mich ihrer Meinung  Weiterlesen

Lieske, Tanya – Oma, die Miethaie und ich

Lieske, Tanya Oma, die Miethaie und ich 978-3-407-82018-1 Beltz & Gelberg

Lieske, Tanya
Oma, die Miethaie und ich
978-3-407-82018-1
Beltz & Gelberg

Inhalt:

Die zehnjährige Salila und ihre Oma sollen ausziehen – dabei haben sie doch immer in der Wohnung gewohnt mit der Kastanie vor dem Fenster und der kleinen Werkstatt im Hof. Aber jetzt soll das ganze Haus saniert werden …

Schon immer leben Salila und Oma Henriette in der schönen Wohnung mit der Kastanie vor dem Fenster. Doch dann tauchen Briefe auf, die Oma einfach beiseitelegt. Salila öffnet sie heimlich: Ein Miethai hat ihr Haus geerbt und nun soll es aufwendig saniert werden. Warum liest Oma sie nicht? Bald weiß Salila warum und nimmt die Sache selbst in die Hand …

Meine Meinung:

Eine Freundin hat mich auf dieses  Buch aufmerksam gemacht. Der originelle Titel spricht aber auch so schon für sich, ich stellte mir etwas Lustiges zum Lesen vor. Das war es dann aber nicht. Es war eine gemütliche Geschichte in einem Düsseldorfer Altstadtviertel. Die Geschichte vermittelt eine wunderbare Geborgenheit, die ein Mädchen bei seiner Oma erlebt, nachdem ihre Mutter gestorben ist. Die beiden sind wirklich ein Team, und Andeutungen auf den ersten Seiten sensibilisieren zumindest die Erwachsenen Leser für das Thema Analphabetismus. Ich bin mir nicht sicher, ob Kinder das auch von Anfang an verstehen werden.

Salila wird bei ihrer Oma groß, nachdem ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben ist. Sie ist eine sehr gute Schülerin, der das Lernen leicht fällt. Besonders gefallen hat mir das Schlafen-gehen-Ritual, der „Dreierschwatz“. Oma Henriette und Salila erzählen der toten Mama jeden Abend, was über Tag passiert ist. Eine weitere Thematik, die aber eher am Rande erwähnt wird, ist, dass Salila keine Freundschaften hat. Deswegen freut sie sich umso mehr, wenn im Sommer Mehmet kommt, der Neffe vom Gemüsehändler. Aber auch hier gibt es eine kleine Weiterentwicklung, denn die beide werden „erwachsener“ und Mehmet hat keine Lust mehr für Mädchen-Dinge.

Oma Henriette bezeichnet sich selbst als eine viel gereiste Künstlerin, ich würde sagen, sie ist eine Lebenskünstlerin und lebt im eigenen Mikrokosmos. Sie hat eine kleine Reparaturwerkstatt und repariert gegen Bargeld verschiedene Kleinigkeiten in ihrer Nachbarschaft. Warum das alles so ist, wie es ist, erfährt man nach und nach in der Geschichte. Auf Seite 109 macht Oma Henriette Andeutungen, warum sie so viel gereist ist. Es bleibt allerdings viel der Phantasie überlassen. Ebenso wie das Leben eines heimlichen Analphabeten sein kann: den „Brille-vergessen“-Trick, Zettel zu malen statt zu schreiben usw. Hier erst macht sich der erwachsene und vielleicht auch der kindliche Leser Gedanken darüber, wo einen überall Lese-Situationen überraschen können.

Salila und Oma Henriette wohnen in einer sehr günstigen Wohnung in einem dieser interkulturellen Altstadtviertel mit vielen kleinen Geschäften. Es ist ein geregeltes Leben, bis die „Miethaie“ kommen, denn das Viertel bietet preiswerte Ateliers und helle Lofts für findige Geschäftemacher. Auch die beiden sollen nun ihre Wohnung verlassen und endlich gesteht Oma Henriette Salila, warum sie nicht lesen kann. Am Schluss gibt es für alle eine Lösung und sogar noch einen Ausblick, wie es Mehmet in den nächsten Jahren ergehen wird. Vielleicht dürfen die Leser auf eine Fortsetzung hoffen? Ich würde es mir wünschen.

Es gibt einige Fremdwörter in diesem Buch, die während des Lesens geschichtenbezogen erklärt werden, z.B. Miethaie. Salila sammelt zudem „Zwillingswörter“, die auf den letzten Buchseiten nochmal alle aufgelistet werden. Das ist eine schöne Wortschatzerweiterung für die jungen Leser.

Salila schreibt zudem Geschichten, und so gibt es zu den vielen Ereignissen eine Parallelgeschichte, in der Prinzessin Noue und der Tiger Laute eine Rolle spielen.

Fazit:

Ein interessantes Buch für geübte Lese-Kinder ab 9 Jahren. Für Kinder ist es doch viel Text, und die Geschichte lässt sich nicht so leicht „runterlesen“, wie es auf den ersten Blick scheint. Man muss öfter mal über das gelesene nachdenken.

Dennoch bietet die Geschichte ganz viele unterschiedliche Ansatzpunkte in Alltagssituationen wie Analphabetismus, Trauerbewältigung , Verbundenheit, Geborgenheit und das alles mit einer alleinerziehenden Oma und ihrer Enkelin. Manche Schilderungen sind zu leicht und idyllisch, z.B. dass Salila eine sehr gute Schülerin ist und ihr das Lernen leicht fällt, oder diese „Hinterhof-Werkstatt-Romantik“. Die Themen die in diesem Buch verarbeitet werden, wiegen schwer, der leichte und vor allem ruhige Erzählton gleicht dies aber aus. Es ist eine eher brave Geschichte mit einer korrekten kleinen Heldin. Und dennoch ein ganz besonders lesenswertes Buch für Kinder.

Empfehlenswert !

 

Scheffler, Axel – Das Grüffelo Fühl-Bilder-Buch

Scheffler, Axel Das Grüffelo Fühl-Bilder-Buch 978-3407794772

Scheffler, Axel
Das Grüffelo Fühl-Bilder-Buch
978-3407794772

Inhalt:

Fühlen und Tasten gehören zu den wichtigsten Sinneserfahrungen für kleine Kinder. Nun gibt es endlich auch den Grüffelo zum Streicheln. Wie sich seine Hauer, die knotigen Knie oder die giftige Warze anfühlen, können kleine Pfoten hier ausprobieren. Ein Fühlbilderbuch mit unterschiedlichen Fühlelementen auf jeder Doppelseite.

Meine Meinung:

Heute habe ich in der Kita im Rahmen meiner Vorleseaktivität ein Buch aus der Stadtbücherei vorgelesen, das die Kinder zwar schon kannten (gibt es im Kindergarten-Buch-Regal), aber nicht in dieser Form: Und zwar den Grüffelo als Pappbilder-Fühl-Buch.

Das kam ziemlich gut an, konnten die Kinder doch den Grüffolo erfühlen: Die Zähne die sie „rauh“ (Sandschmirgelpapier) erfühlten, die Knie die „knotig“ waren, die grüne Warze war eklig und so fühlte sie sich auch an, die Stacheln aus Filz auf dem Rücken waren allerdings zu weich aber trotzdem eine gut Idee, und am Schluss schlief der Grüffelo und die Kinder konnten den Teddy-flauschigen Pelz streicheln.

Eine kleine „Aufgabe“ gab es am Schluss für die ganz mutigen Kinder: „Wer traut sich dem Grüffelo einen Gute-Nacht-Kuss zu geben?“. Also, in meiner Gruppe traute sich jedes Kind.

Ein schönes Buch um es den Kleinesten zu schenken. Empfohlen vom Verlag für ein Alter von 2-4 Jahren, dem stimme ich zu, wobei es bei der Altersgrenze nach oben keine Grenze gibt.

Fazit:

Ein schönes Fühl-Bilderbuch für die Allerkleinsten und sogar noch für die etwas älteren Kita-Kinder. Zum weiterlesen gibt es dann das Grüffelo Bilderbuch.

Empfehlenswert.

Pressler, Mirjam – Malka Mai

 

Pressler, Mirjam Malka Mai ISBN 978-3407785947

Pressler, Mirjam
Malka Mai
ISBN 978-3407785947

Inhalt:

Auf der Flucht vor den Nazis muss Hanna Mai ihre siebenjährige Tochter Malka allein zurücklassen.

1943: Die jüdische Ärztin Hanna Mai lebt mit ihren Töchtern Minna und Malka an der polnisch-ungarischen Grenze. Als die Deutschen auch hier mit den Deportationen beginnen, müssen die drei überstürzt fliehen. Sie wollen zu Fuß über die Karpaten, doch Malka wird krank und kann nicht mehr weiter. Schweren Herzens entschließt Hanna sich, das Kind bei Bauern zurückzulassen, die ihr versprechen, das Mädchen nachzubringen, sobald es sich erholt hat. Aber es kommt alles anders: Malka wird entdeckt und in ein Getto verfrachtet. Dort entwickelt die Kleine ungeahnte Kräfte, die sie Hunger, Kälte, Krankheit und Einsamkeit überstehen lassen – bis ihre Mutter schließlich unter großen Gefahren zurückkehrt, um sie zu retten.

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich sehr bewegt. Die Autorin hat eine einfache und klare Sprache, die sich schnell und leicht lesen lässt. Das Thema ist Krieg und Familie, und normalerweise sind Kriegs-Themen nicht so „meins“. Aber dieses Buch hier kann und muss ich einfach jedem empfehlen, vor allem Erwachsenen. Lest es, es lohnt sich!

Das Buch handelt von einer Flucht, in diesem Buch hier sind es Juden, die in den Kriegsjahren fliehen müssen, aber man kann dieses Thema der Flucht auch ganz akutell in die heutige Zeit interpretieren.

Familie Mai, die aus Mutter und zwei Kindern besteht, muss von jetzt auf gleich fliehen. Sie sind Juden. Sie können nur das mitnehmen, was sie bei sich tragen, und das ist nicht viel. Man hat sowas vielleicht schon öfter gehört, gelesen und im Fernsehen gesehen, aber ich glaube, so richtig vorstellen kann man es sich nicht.

Unterwegs auf der Flucht wird die 7jährige Malka krank und die Mutter muss sich schweren Herzens entschließen, das Kind zurück zu lassen, um es dann später zu nachzuholen. Diese Entscheidung zerreißt einem praktisch das Herz, wie hätte man selber gehandelt? Kann ein 7jähriges Kind verstehen, warum es zurück gelassen wird? Ich denke nein.

Und dann nimmt auch noch das unschöne Schicksal seinen Lauf, Malka wird von einem zum anderen geschoben, niemand will sich mit einem jüdischen Kind belasten. Mir stellt sich auch wieder die Frage: Wie hätte man selber gehandelt? Und: wie handeln wir selber heute?

Es ist Krieg, alle haben Angst und einige machen mit dieser Angst ihr Geschäft. Sogenannte Schleuser (dieses Wort kennt man aus der heutigen Zeit) verdienen sich eine goldene Nase mit den Schätzen der jüdischen Flüchtlinge, die so nach und nach alles zurücklassen müssen, auch ihre Identität. Erschreckt hat mich auch die Gewalt gegen Kinder, ich kann mir leider vorstellen, dass es zu Kriegszeiten so zugegangen sein konnte.

Die Geschichte ist ab der Flucht sehr spannend. Wie geht es weiter? Kommen alle durch? Alles in allem frage ich mich schon, ab welchen Alter dieses Buch gelesen werden sollte. Es ist im ersten Sinne ein Jugendbuch, aber ich finde, genauso gut ein Erwachsenenbuch.

Malka landet schließlich im Ghetto, ihre Familie ist weiterhin auf der Flucht. Malka ist allein, ganz allein. Keine Familie, keine Freunde, keine Verwandtschaft. Ein 7jähriges Kind allein im Ghetto, Mutter-Seelen-Allein, wie kann ein Kind sowas verkraften? Sie sieht schreckliches, was sie sich nicht so richtig erklären kann.

„… Sie blieb sitzen und schaute den Leuten zu, die die Kirche verließen. Sie sahen so ruhig aus, Malka konnte es nicht verstehen. Nicht weit von hier passierte etwas schlimmes, nicht weit von hier fielen die Juden wie Stoffpuppen auf die Straße und diese Menschen hier waren ganz ruhig und lächelten sogar vor sich hin …“

Und keiner ist bereit, die Kleine aufzunehmen. Jeder ist froh, wenn er selber irgendwie durchkommt. Malka fehlt es an den Grundbedürfnissen: Schlafplatz, Essen, Kleidung, einfach alles.

„… An diesem Abend aß sie den Apfel, den Ciotka ihr gegeben hatte. So lange hatte sie ihn aufbewahrt, als ihren kostbarsten Besitz. Nun besaß sie gar nichts mehr. …“

„… Die Tage vergingen, ohne dass Malka sie zählte. Sie teilte ihr Tage in Essen oder Nichtessen ein. Die Essenstage trugen Namen, waren Lichtblicke im Grau der dahinfließenden Tage, die vom Hunger bestimmt waren und die sie einfach andere „Tage“ nannte. …“

Das Elend geht weiter, wie viel kann eine Kinderseele ertragen? Hunger und Kälte sind sehr eindrücklich beschrieben. Und ich dachte immer, es ist ja kein Erwachsener, sondern ein kleines Kind. Schlimm.

Malka findet einen toten Jungen, und überlegt sich, ob sie dessen Schal nehmen soll, da er ihn ja nicht mehr braucht. Sie ist zögerlich. Andere nicht. Andere sind durch den täglichen Überlebenskampf im Ghetto ganz verroht.

„… Sie hatte zu lange gezögert, denn auf einmal war sie nicht mehr allein, Leute standen um sie herum und betrachteten den Jungen. … Ein Mann bückte sich, knotete den Schal auf und zerrte ihn unter dem Kopf des Jungen hervor. Der Kopf bewegte sich und fiel zur Seite, der offene Mund berührte nun den Straßendreck. Enttäuscht ging Malka weg. Wieder einmal war sie zu dumm gewesen.

Später, als sie am Gartenzaun saß, zerdrückte sie eine Schnecke mit einem Stein. Langsam und ohne etwas zu fühlen. Das Haus zerbrach krackend und knisternd, die Schnecke krümmt sich und hört erst auf sich zu bewegen, als Malka sie vollkommen zerquetscht hatte. …“

 

Das Ende, das ich nicht verraten möchte, ist in diesem Sinne kein Happy End.

Die Geschichte basiert zum Teil auf einer wahren Begebenheit. Eine Malka Mai hat es wirklich gegeben, die Autorin hat ein Nachwort verfasst.

Fazit:

Erschreckend aktuell im Anbetracht der Flüchtlingsströme aus Syrien (Sep. 2015).

Ein Buch das man gelesen haben MUSS!

Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums

Naoura, Salah Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums ISBN 978-3407794383

Naoura, Salah
Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums
ISBN 978-3407794383

Inhalt:

Der 11-jährige Matti träumt von einem Familienurlaub in der Heimat seines finnischen Vaters, was er mit einer faustdicken Lüge auch erreicht. In Finnland aber finden sich Matti, der kleine Bruder Sami und die Eltern auf einmal ohne Bleibe, Geld und Auto mitten in der finnischen Einöde wieder. Nur ein Wunder kann sie retten …

 

Meine Meinung:

Allein das Cover macht schon Lust auf die Geschichte. Das Buch ist leicht und sehr schnell zu lesen (ca. zwei Stunden für Erwachsene und Schnell-Leser). Interessant ist die Aufteilung der Geschichte. Sie beginnt mitten in der Handlung an einem bestimmten Ort in Finnland, und zunächst wird erzählt, wie alles angefangen hat und dann, wie es von der aktuellen Ausgangslage weiter geht.

Kurz gesagt geht es um einen großen Wunsch eines Kindes und eine ebenso große originelle Lüge, die letztlich die Existenz einer ganzen Familie auf den Kopf stellt. Dazu gesellen sich die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschen und Finnen. Interessant sind auch die zwischenmenschlichen Beziehungen in einem multikulturellen Familiengefüge. Was haben sich Mann und Frau zu sagen? Was geht im Ehe-Alltag unter? Wie ist überhaupt der Alltag in Familien? Das ist hier wirklich glaubhaft und authentisch erzählt. Locker-fluffig sind auch die comedy-artigen Gags, ich musste öfter schmunzeln, als die Geschichte immer mehr in Fahrt kam.

Der Schluss ist zu schön um wahr zu sein, hier finde ich, hätte der Autor ein anderes Ende wählen können. Kinder werden es aber sicher glaubhaft finden.

 

Fazit:

Nicht unbedingt ein Buch das man gelesen haben muss, aber dennoch ein schöner witziger Zeitvertreib und – ich bekam Lust auf Urlaub in Finnland!

Kinder, vor allem Jungs, werden die Geschichte mögen.

 

Lionni, Leo – Frederick

77040_Cover_Lionni-Frederick_6.Aufl._11.5.2010:77040_Cover_LionnInhalt:

„Die Geschichte von der Maus, die nicht wie die anderen für den Winter Körner und Nüsse, sondern Sonnenstrahlen, Farben und Wörter sammelt, die Träume also und die Hoffnungen.“ Die Welt

Der Winter naht. Alle Feldmäuse arbeiten Tag und Nacht, sammeln Körner und Nüsse, Weizen und Stroh. Alle bis auf Frederick. Er sammelt Sonnenstrahlen, Farben und Wörter, das sind seine Vorräte für die kalten, grauen und langen Wintertage.
Schon als Kind liebte Leo Lionni die Natur, und das änderte sich im Laufe der Jahre auch nicht mehr. Seine Beobachtungen spiegeln sich in seinen Bilderbüchern wieder: „Das Staunen, das mich erfüllt, wenn ich im Gras liege und eine Riesenwelt im Kleinen beobachte, in der Grashalme Mammutbäume sind und ein Käfer ein angreifendes Nashorn, ist noch dasselbe wie damals, als ich ein kleiner Junge war.“ Leo Lionni
Der moderne Bilderbuch-Klassiker „Frederick“ begeistert eine Kindergeneration nach der anderen! „Von all dem, was ich in meinem Leben getan habe, hat mich wenig so sehr und so tief befriedigt wie meine Kinderbücher.“ Leo Lionni

 

Meine Meinung:

Ich kann es nicht erklären, so 100% überzeugt hat mich dieses „Muss-Buch“ der Kinderliteratur nicht. Vielleicht muss ich mich intensiver damit beschäftigen!?

Irgendwie kam ich auf die Idee, mir ein kleines Vorlese-Projekt für dieses Buch auszudenken. Beim durchblättern kamen mir schon einige Ideen in den Sinn. Im Internet ist dieses Thema auch schon „breitgetreten“, es gibt allerhand Ausmalbilder, Bastelbögen und Arbeitsanweisungen für Interessierte.

So weit, so gut. Als ich das Buch das erste mal meinem Sohn vorlas (ich gebe zu, ich hatte es vorher noch nicht einzige Mal gelesen!) und ich ihn dann an besagt-streitbarer Stelle, als Frederik da stand und augenscheinlich nichts tat während alle anderen Nahrung für den Winter sammelten, fragte: Denkst du, das ist so in Ordnung? Was sagen die anderen dazu? Mein Sohn fand es nicht in Ordnung, und auch ich, die nicht wusste, wie die Geschichte weitergeht, fand es auch nicht in Ordnung und dachte dann klassischerweise, die „Bestrafung“ erfolgt sicherlich am Schluss. Da bin ich wohl in eine typische Falle getappt, die ich aus der Erwartungshaltung an eine pädagogische Geschichte erwünscht hätte.

Denn es folgt keine Strafe, im Gegenteil. Das Buch ist poetisch zu verstehen. Denn als die Nahrungsvorräte im Winter zu Neige gehen, füttert Frederik die anderen Mäuse mit Farben, Gedichten und Gedanken und verkürzt so die Wartezeit zum Frühling.

Ich könnte jetzt interpretieren: So trägt also jeder zu dem Überleben einer Gesellschaft bei. Jeder macht das was er kann. Das macht das Bunte, das Vielfältige in einer Gesellschaft, in einem Volk aus. Wir wollen ja nicht alle unisono sein.

Trotzdem fand ich persönlich es aber ziemlich provokant, als Frederik so nichts-tuend da stand. Und wird man nur durch Kunst und Kultur satt? Sicherlich, es ist eine schöne Beigabe, eine Wohltat für die Seele, und „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, aber diese Geschichte fordert den Vorleser in der Anschlussdiskussion richtig heraus. Ich bin nicht sicher, ob Kita-Kinder diese tiefsinnige Botschaft der Geschichte verstehen werden.

 

Fazit:

Ein Bilderbuch mit einer starken und sicherlich auch kontroversen Botschaft. Ein Buch das Anschlusskommunikation und im Kita-Bereich viel Erklärung benötigt.

Es gehört in diesem Sinne nicht zu meinen Lieblingsbüchern, ist aber trotzdem etwas Besonderes.

Ich habe dazu ein kleines Vorleseprojekt entwickelt, dass ich demnächst auf meinem „kleinlelit“-Blog einstellen werde.