Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) – Rosie und Moussa: Beste Freunde für immer (Band 3)

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) Rosie und Moussa: Beste Freunde für immer Band 3 978-3-407-82052-5 Beltz & Gelberg

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin)
Rosie und Moussa: Beste Freunde für immer
Band 3
978-3-407-82052-5
Beltz & Gelberg

Inhalt:

Seit Onkel Ibrahim für eine Weile bei Moussas großer Familie wohnt, gefällt es Rosie dort besonders gut. Onkel Ibrahim, der in Schwierigkeiten steckt, glaubt nicht an Zufälle, aber ist es wirklich Vorsehung, als er im Treppenhaus mit Rosies Mutter zusammenstößt?Rosie und ihre Mutter leben zu zweit in der Wohnung, bei Moussa sind sie jetzt sechs plus Onkel Ibrahim, das macht sieben! Für Rosie gibt es nichts Schöneres, als dort mit am Tisch zu sitzen, wenn ihre Mutter später nach Hause kommt. Onkel Ibrahim sagt, dass man Liebe nicht sehen kann. Aber Rosie hat ihre Mutter noch nie so gesehen! Moussa hofft gar, dass die beiden heiraten, dann ist das Problem mit der Aufenthaltsgenehmigung seines Onkels gelöst. Rosie weiß nicht so recht, was sie davon halten soll. Doch dann kommt ein Brief von Papa… Weiterlesen

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) – Rosie und Moussa (Band 1)

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) Rosie und Moussa Band 1 978-3-407-82024-2 Beltz & Gelberg

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin)
Rosie und Moussa
Band 1
978-3-407-82024-2
Beltz & Gelberg

Inhalt:

So ein Abenteuer! Eigentlich wollten Rosie und Moussa nur kurz aufs Dach, weil man von dort die ganze Stadt und bis zum Meer sehen kann. Doch die beiden werden aus Versehen ausgesperrt. Von ihrer Mutter aber weiß Rosie, dass es immer eine Lösung gibt, für alles … Anrührend und spannend und mit vielen Bildern erzählt – solch eine Geschichte über die Freundschaft zweier Großstadt-Kinder ist selten. (Quelle Beltz und Gelberg)

Meine Meinung:

Eine Freundin erzählte mir begeistert von diesem Buch und ich kann mich ihrer Meinung  Weiterlesen

Lieske, Tanya – Oma, die Miethaie und ich

Lieske, Tanya Oma, die Miethaie und ich 978-3-407-82018-1 Beltz & Gelberg

Lieske, Tanya
Oma, die Miethaie und ich
978-3-407-82018-1
Beltz & Gelberg

Inhalt:

Die zehnjährige Salila und ihre Oma sollen ausziehen – dabei haben sie doch immer in der Wohnung gewohnt mit der Kastanie vor dem Fenster und der kleinen Werkstatt im Hof. Aber jetzt soll das ganze Haus saniert werden …

Schon immer leben Salila und Oma Henriette in der schönen Wohnung mit der Kastanie vor dem Fenster. Doch dann tauchen Briefe auf, die Oma einfach beiseitelegt. Salila öffnet sie heimlich: Ein Miethai hat ihr Haus geerbt und nun soll es aufwendig saniert werden. Warum liest Oma sie nicht? Bald weiß Salila warum und nimmt die Sache selbst in die Hand …

Meine Meinung:

Eine Freundin hat mich auf dieses  Buch aufmerksam gemacht. Der originelle Titel spricht aber auch so schon für sich, ich stellte mir etwas Lustiges zum Lesen vor. Das war es dann aber nicht. Es war eine gemütliche Geschichte in einem Düsseldorfer Altstadtviertel. Die Geschichte vermittelt eine wunderbare Geborgenheit, die ein Mädchen bei seiner Oma erlebt, nachdem ihre Mutter gestorben ist. Die beiden sind wirklich ein Team, und Andeutungen auf den ersten Seiten sensibilisieren zumindest die Erwachsenen Leser für das Thema Analphabetismus. Ich bin mir nicht sicher, ob Kinder das auch von Anfang an verstehen werden.

Salila wird bei ihrer Oma groß, nachdem ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben ist. Sie ist eine sehr gute Schülerin, der das Lernen leicht fällt. Besonders gefallen hat mir das Schlafen-gehen-Ritual, der „Dreierschwatz“. Oma Henriette und Salila erzählen der toten Mama jeden Abend, was über Tag passiert ist. Eine weitere Thematik, die aber eher am Rande erwähnt wird, ist, dass Salila keine Freundschaften hat. Deswegen freut sie sich umso mehr, wenn im Sommer Mehmet kommt, der Neffe vom Gemüsehändler. Aber auch hier gibt es eine kleine Weiterentwicklung, denn die beide werden „erwachsener“ und Mehmet hat keine Lust mehr für Mädchen-Dinge.

Oma Henriette bezeichnet sich selbst als eine viel gereiste Künstlerin, ich würde sagen, sie ist eine Lebenskünstlerin und lebt im eigenen Mikrokosmos. Sie hat eine kleine Reparaturwerkstatt und repariert gegen Bargeld verschiedene Kleinigkeiten in ihrer Nachbarschaft. Warum das alles so ist, wie es ist, erfährt man nach und nach in der Geschichte. Auf Seite 109 macht Oma Henriette Andeutungen, warum sie so viel gereist ist. Es bleibt allerdings viel der Phantasie überlassen. Ebenso wie das Leben eines heimlichen Analphabeten sein kann: den „Brille-vergessen“-Trick, Zettel zu malen statt zu schreiben usw. Hier erst macht sich der erwachsene und vielleicht auch der kindliche Leser Gedanken darüber, wo einen überall Lese-Situationen überraschen können.

Salila und Oma Henriette wohnen in einer sehr günstigen Wohnung in einem dieser interkulturellen Altstadtviertel mit vielen kleinen Geschäften. Es ist ein geregeltes Leben, bis die „Miethaie“ kommen, denn das Viertel bietet preiswerte Ateliers und helle Lofts für findige Geschäftemacher. Auch die beiden sollen nun ihre Wohnung verlassen und endlich gesteht Oma Henriette Salila, warum sie nicht lesen kann. Am Schluss gibt es für alle eine Lösung und sogar noch einen Ausblick, wie es Mehmet in den nächsten Jahren ergehen wird. Vielleicht dürfen die Leser auf eine Fortsetzung hoffen? Ich würde es mir wünschen.

Es gibt einige Fremdwörter in diesem Buch, die während des Lesens geschichtenbezogen erklärt werden, z.B. Miethaie. Salila sammelt zudem „Zwillingswörter“, die auf den letzten Buchseiten nochmal alle aufgelistet werden. Das ist eine schöne Wortschatzerweiterung für die jungen Leser.

Salila schreibt zudem Geschichten, und so gibt es zu den vielen Ereignissen eine Parallelgeschichte, in der Prinzessin Noue und der Tiger Laute eine Rolle spielen.

Fazit:

Ein interessantes Buch für geübte Lese-Kinder ab 9 Jahren. Für Kinder ist es doch viel Text, und die Geschichte lässt sich nicht so leicht „runterlesen“, wie es auf den ersten Blick scheint. Man muss öfter mal über das gelesene nachdenken.

Dennoch bietet die Geschichte ganz viele unterschiedliche Ansatzpunkte in Alltagssituationen wie Analphabetismus, Trauerbewältigung , Verbundenheit, Geborgenheit und das alles mit einer alleinerziehenden Oma und ihrer Enkelin. Manche Schilderungen sind zu leicht und idyllisch, z.B. dass Salila eine sehr gute Schülerin ist und ihr das Lernen leicht fällt, oder diese „Hinterhof-Werkstatt-Romantik“. Die Themen die in diesem Buch verarbeitet werden, wiegen schwer, der leichte und vor allem ruhige Erzählton gleicht dies aber aus. Es ist eine eher brave Geschichte mit einer korrekten kleinen Heldin. Und dennoch ein ganz besonders lesenswertes Buch für Kinder.

Empfehlenswert !

 

Lindgren, Astrid – Ferien auf Saltkrokan

Lindgren, Astrid Ferien auf Saltkrokan ISBN 3-7891-4119-4

Lindgren, Astrid
Ferien auf Saltkrokan
ISBN 3-7891-4119-4

Inhalt:

Ferien auf Saltkrokan! Pelle, seine große Schwester Malin und seine beiden Brüder entdecken auf der kleinen Insel die unberührte Natur der schwedischen Schären. Sie baden im Meer, fangen Fische, sammeln Pfifferlinge und feiern Mittsommer. Nichts aber ist schöner für Pelle, als gemeinsam mit Tjorven, dem Inselmädchen, und ihrem großen Bernhardinerhund Bootsmann über die Felsen und durch den Wald zu streifen und dabei von einem Abenteuer ins nächste zu stolpern …
„Ein schöneres Ferienbuch kann man sich nicht wünschen! Es ist Sommer, man fühlt ihn auf der Haut …“ (Süddeutsche Zeitung)

 Meine Meinung:

Mit einem Büchereiteam haben wir (drei Ehrenamtliche) eine Astrid-Lindgren-Lesenacht geplant und auch im August diesen Jahres (2015) durchgeführt. Aus diesem Grund hatte ich beschlossen, verschiedene Astrid Lindgren Bücher zu lesen. Viele Ihrer Geschichten kannte ich überwiegend aus dem Fernsehen, wie z.B. „Michel aus Lönneberga“, „Pippi Langstrumpf“ oder „Karlsson vom Dach“. Aber gelesen? Ich kann mich irgendwie nicht so recht erinnern, als Kind Astrid Lindgren GELESEN zu haben.

Wie immer ist „meine“ öffentliche Bücherei (es ist eine andere, als die, in der ich ehrenamtlich arbeite) eine Quelle der Inspiration zur passenden Zeit: stolperte ich doch regelrecht über das Buch „Ferien auf Saltkrokan“, das in einem Regal quer stand und angeboten wurde. Ich griff zu.

Das Buch lässt sich schnell und leicht lesen. Die Beschreibung der Lebensweise der Menschen auf den Schären-Inseln ist wunderschön nostalgisch, das Thema etwas verklärt. Vielleicht auch etwas zu romantisch dargestellt, aber wir sehen heute ja auch sowieso meistens nur noch „die gute alte Zeit“.

Die ruhigen Landschaftsbeschreibungen sind einfach absolute Wohlfühl-Glückslandschaften, selbst wenn dicker Nebel aufzieht. Ich möchte hier einfach mal ein paar Stichwörter geben: Sanfter Sommerwind, warmer Fels, Abendluft, Wellengeplätscher, Seligkeit, Apfelbäume, Blütenschnee … Und im Winter: Wintertage, vereister Fjord, warme Küche, Herd, Holz, Feuer, Eisblumen am Fenster…

Die Familie Melcherson hat für die Sommermonate ein Ferienhaus auf der Insel Saltkrokan gemietet. Ein altes, etwas heruntergekommenes und verfallenes Haus, aber mit viel Charme und Charakter. Die Familie besteht aus Melcher (Papa), Malin (19jährige Tochter), Johann und Niklas (Söhne, so um die 12 Jahre alt) und Pelle (7 Jahre). Die Mutter ist vor paar Jahren gestorben. Vater Melcher, mit seiner besonderen und linkischen Art, hält die Familie mehr recht als schlecht als Schriftsteller über Wasser. Tochter Malin erzieht als Mutter-Ersatz ihre Geschwister und erledigt den Haushalt.

Auf der Stelle verlieben sich alle (auch der Leser) in das ehemalige Schreinerhaus auf Saltkrokan mit dem wunderschönen Garten am Meer. Alle genießen die langen Ferientage, jeder auf seine Weise. Melcher versucht sich ziemlich erfolglos als Handwerker, wenn er nicht gerade am Schreiben ist; Malin macht den Haushalt und verliebt sich, Johann und Niklas haben sich mit den Schwestern Freddy und Teddy angefreundet und Pelle mit den Nachbarskindern Stina und Tjorven. Pelle liebt alle Tiere, selbst die Wespen, selbst das Wespennest untern Dach, und besonders neidisch ist er auf Tjorven, weil – Tjorven hat einen riesigen gutmütigen Bernhardinerhund genannt „Bootsmann“.

Die Melcherson-Stadtkinder lieben die Insel und der Leser wird das gemächliche Leben dort lieben. Die Kinder sind den ganzen Tag draußen: sie streifen durch die Wälder und Weiden, sie spielen auf den Felsen, sie angeln, sie kaufen Kaninchen, sie bauen Häuschen, sie rudern aufs Meer … eine Kindheit draußen in der Natur wie man sie sich in den schönsten Träumen vorstellt. Da ich selber auch „auf dem Land“ groß geworden bin, kann ich einige Aktivitäten gut nachvollziehen, wir kamen erst nach Hause wenn es dunkel wurde und das war kein Problem. Da tat sich bei mir ein sehnsuchtsvolles Erinnern auf. Die Kinder in der heutigen Zeit von Internet & Co werden eine solche Kindheit kaum noch erleben. Schade.

Etwas philosophisch wird es in einem Kapitel „Dieser Tag ein Leben“.

Seite 90: „Hier steht: Dieser Tag ein Leben – das bedeutet, man soll gerade an diesem Tag so leben, als hätte man nur diesen einen. Man soll auf jeden einzelnen Augenblick achtgeben und spüren, dass man wirklich lebt“.

Und Melcher lebt diesen Tag wirklich, ein Missgeschick nach dem anderen passiert aber am Ende das Tages fügt sich alles wunderbar zusammen. Carpe diem.

Die Beschreibung der Kinder gelingt Astrid Lindgren wirklich gut. Vor allem die ja doch schon etwas sehr bestimmende Tjorven hatte es mir angetan, der tierliebe Pelle war ein heimlicher Liebling und zu guter letzt – der brave Bootsmann. Köstlich amüsant!

Zuletzt zum Cover – ich gestehe, ich hatte es öfters schon mal gesehen und keine Ambitionen verspürt, dieses Buch zu lesen: Das Cover war mir zu altmodisch. Nun aber, nachdem ich das Buch gelesen habe, denke, es passt haargenau. Es sollte sich niemand wegen des Covers abhalten lassen, das Buch zu lesen!

Fazit:

Wenn ich das Buch Erwachsenen Lesern ans Herz legen möchte, dann aus nostalgischen Gründen und denjenigen, die schon immer mal so „nebenbei“ die schwedische Schäreninsel-Welt kennen lernen wollen. Schöne Kindheitserinnerungen an lange Tage draußen werden den ein oder anderen überfallen und wenn nicht, bleibt immer noch der Gedanke, wie eine Kindheit gewesen sein könnte. Auch als Strandlektüre geeignet. Ich bekam jedenfalls Lust, mal Urlaub auf einer Schäreninsel zu machen.

Kinder werden sich in der Geschichte vielleicht in den langen Tages des süßen Herumtreibens erkennen, oder aber sich bewusst werden, dass es noch eine Welt außerhalb des Internet und Fernsehens gibt. Der Verlag hat das Lesealter ab 10 Jahre angegeben.

Jedenfalls habe ich ebenso Lust bekommen, mir den Film anzuschauen und werde die komplette DVD Box „Ferien auf Saltkrokan 1-5“ kaufen.