Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) – Rosie und Moussa: Beste Freunde für immer (Band 3)

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) Rosie und Moussa: Beste Freunde für immer Band 3 978-3-407-82052-5 Beltz & Gelberg

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin)
Rosie und Moussa: Beste Freunde für immer
Band 3
978-3-407-82052-5
Beltz & Gelberg

Inhalt:

Seit Onkel Ibrahim für eine Weile bei Moussas großer Familie wohnt, gefällt es Rosie dort besonders gut. Onkel Ibrahim, der in Schwierigkeiten steckt, glaubt nicht an Zufälle, aber ist es wirklich Vorsehung, als er im Treppenhaus mit Rosies Mutter zusammenstößt?Rosie und ihre Mutter leben zu zweit in der Wohnung, bei Moussa sind sie jetzt sechs plus Onkel Ibrahim, das macht sieben! Für Rosie gibt es nichts Schöneres, als dort mit am Tisch zu sitzen, wenn ihre Mutter später nach Hause kommt. Onkel Ibrahim sagt, dass man Liebe nicht sehen kann. Aber Rosie hat ihre Mutter noch nie so gesehen! Moussa hofft gar, dass die beiden heiraten, dann ist das Problem mit der Aufenthaltsgenehmigung seines Onkels gelöst. Rosie weiß nicht so recht, was sie davon halten soll. Doch dann kommt ein Brief von Papa… Weiterlesen

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) – Rosie und Moussa: Der Brief von Papa (Band 2)

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin) Rosie und Moussa: Der Brief von Papa Band 2 978-3-407-82045-7 Beltz & Gelberg

Cock, de Michael (Autor) + Vanistendael, Judith (Illustratorin)
Rosie und Moussa: Der Brief von Papa
Band 2
978-3-407-82045-7
Beltz & Gelberg

Inhalt:

Ein neues herzzerreißendes Abenteuer von Rosie und Moussa, in dem es um Lügen, Geheimnisse und all die Nöte geht, die Rosie aushalten muss, weil sie Mama nicht erzählen darf, dass sich Papa bei ihr gemeldet hat – aus dem Gefängnis. Einfühlsam und mit vielen großartigen Bildern.

Rosie erzählt Mama alles. Immer. Wenn sie traurig ist oder allein und auch, wenn sie sehr, sehr glücklich ist. Aber jetzt hat Rosie ein Geheimnis – sie hat herausgefunden, wo Papa steckt. Er ist im Gefängnis am anderen Ende der Stadt. Dabei hat Mama immer gesagt, er sei am Ende der Welt. Rosie plant einen heimlichen Besuch. Wie gut,  Weiterlesen

Wegelius, Jakob – Sally Jones Mord ohne Leiche

Wegelius, Jakob Sally Jones Mord ohne Leiche 978-3-8369-5874-5 Gerstenberg

Wegelius, Jakob
Sally Jones Mord ohne Leiche
978-3-8369-5874-5
Gerstenberg

Inhalt:

Lissabon um 1900: Bei einem Handgemenge im Hafen von Lissabon stürzt ein Mann ins Wasser. Seine Leiche wird nie gefunden. Doch der finnische Seemann Henry Koskela wird des Mordes angeklagt und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Sally Jones will die Unschuld ihres Freundes beweisen und begibt sich deshalb auf eine abenteuerliche Reise um die halbe Welt. Diese führt sie aus den engen Gassen Lissabons über Alexandria und Bombay bis in den sagenhaften Palast des Maharadschas von Bhapur. Dabei begegnet sie einer Fado-Sängerin, einem zwielichtigen Bischof, einem freundlichen Friedhofswärter, einem finsteren Kommissar, dem Akkordeon-Virtuosen Fabulous Forzini, einem launischen Maharadscha und einem dreihöckrigen Kamel. Ein virtuoses Spiel mit den Elementen des Abenteuerromans!

Meine Meinung:

Eigentlich mag ich keine Affen, aber  Weiterlesen

Lieske, Tanya – Oma, die Miethaie und ich

Lieske, Tanya Oma, die Miethaie und ich 978-3-407-82018-1 Beltz & Gelberg

Lieske, Tanya
Oma, die Miethaie und ich
978-3-407-82018-1
Beltz & Gelberg

Inhalt:

Die zehnjährige Salila und ihre Oma sollen ausziehen – dabei haben sie doch immer in der Wohnung gewohnt mit der Kastanie vor dem Fenster und der kleinen Werkstatt im Hof. Aber jetzt soll das ganze Haus saniert werden …

Schon immer leben Salila und Oma Henriette in der schönen Wohnung mit der Kastanie vor dem Fenster. Doch dann tauchen Briefe auf, die Oma einfach beiseitelegt. Salila öffnet sie heimlich: Ein Miethai hat ihr Haus geerbt und nun soll es aufwendig saniert werden. Warum liest Oma sie nicht? Bald weiß Salila warum und nimmt die Sache selbst in die Hand …

Meine Meinung:

Eine Freundin hat mich auf dieses  Buch aufmerksam gemacht. Der originelle Titel spricht aber auch so schon für sich, ich stellte mir etwas Lustiges zum Lesen vor. Das war es dann aber nicht. Es war eine gemütliche Geschichte in einem Düsseldorfer Altstadtviertel. Die Geschichte vermittelt eine wunderbare Geborgenheit, die ein Mädchen bei seiner Oma erlebt, nachdem ihre Mutter gestorben ist. Die beiden sind wirklich ein Team, und Andeutungen auf den ersten Seiten sensibilisieren zumindest die Erwachsenen Leser für das Thema Analphabetismus. Ich bin mir nicht sicher, ob Kinder das auch von Anfang an verstehen werden.

Salila wird bei ihrer Oma groß, nachdem ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben ist. Sie ist eine sehr gute Schülerin, der das Lernen leicht fällt. Besonders gefallen hat mir das Schlafen-gehen-Ritual, der „Dreierschwatz“. Oma Henriette und Salila erzählen der toten Mama jeden Abend, was über Tag passiert ist. Eine weitere Thematik, die aber eher am Rande erwähnt wird, ist, dass Salila keine Freundschaften hat. Deswegen freut sie sich umso mehr, wenn im Sommer Mehmet kommt, der Neffe vom Gemüsehändler. Aber auch hier gibt es eine kleine Weiterentwicklung, denn die beide werden „erwachsener“ und Mehmet hat keine Lust mehr für Mädchen-Dinge.

Oma Henriette bezeichnet sich selbst als eine viel gereiste Künstlerin, ich würde sagen, sie ist eine Lebenskünstlerin und lebt im eigenen Mikrokosmos. Sie hat eine kleine Reparaturwerkstatt und repariert gegen Bargeld verschiedene Kleinigkeiten in ihrer Nachbarschaft. Warum das alles so ist, wie es ist, erfährt man nach und nach in der Geschichte. Auf Seite 109 macht Oma Henriette Andeutungen, warum sie so viel gereist ist. Es bleibt allerdings viel der Phantasie überlassen. Ebenso wie das Leben eines heimlichen Analphabeten sein kann: den „Brille-vergessen“-Trick, Zettel zu malen statt zu schreiben usw. Hier erst macht sich der erwachsene und vielleicht auch der kindliche Leser Gedanken darüber, wo einen überall Lese-Situationen überraschen können.

Salila und Oma Henriette wohnen in einer sehr günstigen Wohnung in einem dieser interkulturellen Altstadtviertel mit vielen kleinen Geschäften. Es ist ein geregeltes Leben, bis die „Miethaie“ kommen, denn das Viertel bietet preiswerte Ateliers und helle Lofts für findige Geschäftemacher. Auch die beiden sollen nun ihre Wohnung verlassen und endlich gesteht Oma Henriette Salila, warum sie nicht lesen kann. Am Schluss gibt es für alle eine Lösung und sogar noch einen Ausblick, wie es Mehmet in den nächsten Jahren ergehen wird. Vielleicht dürfen die Leser auf eine Fortsetzung hoffen? Ich würde es mir wünschen.

Es gibt einige Fremdwörter in diesem Buch, die während des Lesens geschichtenbezogen erklärt werden, z.B. Miethaie. Salila sammelt zudem „Zwillingswörter“, die auf den letzten Buchseiten nochmal alle aufgelistet werden. Das ist eine schöne Wortschatzerweiterung für die jungen Leser.

Salila schreibt zudem Geschichten, und so gibt es zu den vielen Ereignissen eine Parallelgeschichte, in der Prinzessin Noue und der Tiger Laute eine Rolle spielen.

Fazit:

Ein interessantes Buch für geübte Lese-Kinder ab 9 Jahren. Für Kinder ist es doch viel Text, und die Geschichte lässt sich nicht so leicht „runterlesen“, wie es auf den ersten Blick scheint. Man muss öfter mal über das gelesene nachdenken.

Dennoch bietet die Geschichte ganz viele unterschiedliche Ansatzpunkte in Alltagssituationen wie Analphabetismus, Trauerbewältigung , Verbundenheit, Geborgenheit und das alles mit einer alleinerziehenden Oma und ihrer Enkelin. Manche Schilderungen sind zu leicht und idyllisch, z.B. dass Salila eine sehr gute Schülerin ist und ihr das Lernen leicht fällt, oder diese „Hinterhof-Werkstatt-Romantik“. Die Themen die in diesem Buch verarbeitet werden, wiegen schwer, der leichte und vor allem ruhige Erzählton gleicht dies aber aus. Es ist eine eher brave Geschichte mit einer korrekten kleinen Heldin. Und dennoch ein ganz besonders lesenswertes Buch für Kinder.

Empfehlenswert !

 

Opel-Götz, Susann – Außerirdisch ist woanders

Opel-Götz, Susann Außerirdisch ist woanders ISBN: 978-3-7891-4437-0

Opel-Götz, Susann
Außerirdisch ist woanders
ISBN: 978-3-7891-4437-0

Inhalt:

Von einem anderen Stern? Manchmal ist das Fremde näher, als man denkt!
Seit langem ist Jona davon überzeugt, dass Außerirdische unter den Erdlingen leben und dass man sie nur erkennen muss. Als dann Henri in seiner Klasse auftaucht, ist für Jona die Sache klar. Nicht nur, dass Henri merkwürdig ist, Jona ist sich auch völlig sicher, dass Henri A.L.F. ist, eine „Außerirdische Lebensform“. Endlich hat Jonas einen echten Außerirdischen gefunden! Während er versucht, alles über das fremde Leben Henris zu erfahren, merkt er kaum, wie sehr ihm Henri ans Herz wächst. Und vielleicht ist so ein bester Freund ja viel wichtiger als ein Alien? Eine literarisch dicht komponierte Parabel über Freundschaft und soziale Unterschiede, bildhaft erzählt und wunderschön illustriert von Susann Opel-Götz.

 

Meine Meinung:

Ein Buch das auf der Auswahlliste für ein Literaturseminar stand.

Es handelt vom 10-jährigen Jona, der einfach cool ist. Jonathan, genannt Jona. Er hat viel Phantasie und viel „Kopfkino“. Jona hält Henry (den Neuen in der Schule) für einen Außerirdischen. Das hört sich schräg an, ist aber authentisch glaubhaft und nachvollziehbar erzählt. Im Laufe der Geschichte ahnt man, dass Henry aus (wir würden es so nennen) „einem sozialen Brennpunkt-Viertel“ kommt, obwohl er sich absolut liebenswürdig und unauffällig benimmt.

Der Anfang und das erste Drittel des Buches sind echt witzig geschrieben, humorvoll und genau auf den Punkt gebracht. Die Art des Humors erinnerte mich ein wenig an eine Comedy Show, aber im positivsten Sinne.

Im zweiten Drittel der Geschichte wird der Ton der Geschichte dann ernster, der Leser bekommt immer mehr Einblicke in Henrys Leben, in seine ärmlichen Verhältnisse, und im Gegenteil dazu Jonas gutsituiertes Leben mit einer Ökotrophologie studierenden Haushaltgehilfin und Babysitterin.

Jona freundet sich mit dem älteren Nachbarn Herr Bullerdieck an, dessen Kalendersprüche, die öfters zitiert werden, haben es „in sich“, es gibt viele Ansätze zum nachdenken.

Im letzten Drittel bekommt die Freundschaft leichte Risse, da Henry ausgegrenzt wird und Jona sich entscheiden muss, auf welcher Seite er steht. Wegschauen oder Hingucken? „Die Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht.“

Das Ende war nicht so wie ich es erhofft habe, aber dafür sehr realistisch.

Fazit:

Ein sehr empfehlenswertes Buch für Kinder und Erwachsene! Unbedingt Lesen!

Robinson, Barbara – Hilfe die Herdmanns kommen

Robinson, Barbar Hilfe die Herdmanns kommen 978-3-7891-1989-7 Oetinger

Robinson, Barbara
Hilfe die Herdmanns kommen
978-3-7891-1989-7
Oetinger

Inhalt:

Der ganze Stadtteil ist sich einig: Die Herdmann-Kinder sind die schlimmsten Kinder aller Zeiten. Sie lügen, klauen, rauchen Zigarren (auch die Mädchen), bringen die Nachbarn zur Verzweiflung und können ein Klassenzimmer mit Hilfe ihrer halb wilden Katze in der Rekordzeit von drei Minuten völlig leer fegen. Jetzt haben sie es sogar geschafft, sämtliche Hauptrollen in dem Krippenspiel zu bekommen, das zu Weihnachten aufgeführt werden soll. Natürlich erwartet jeder das schlimmste Krippenspiel aller Zeiten…

Meine Meinung:

Eine Empfehlung meiner Stadtbücherei. Es sollte witzig sein. Der Anfang fiel mir schwer, da die „witzigen“ Begebenheiten etwas altmodisch und mir „zu aufgesetzt“ dargestellt wurden. Wie gut, dass die zweite Hälfte dann etwas nachdenklicher und für mich ansprechender wurde. Die Geschichte hatte ich in einer Stunde gelesen. Es gibt verschiedene Kapitel und ein paar Illustrationen.

Die Handlung umfasst als Hauptprotagonisten die Kinder der Familie Herdmann und wird von einem Mädchen aus der Nachbarschaft erzählt. Alle Klischees und noch viel mehr von einer sozial benachteiligten Familie werden satirisch und grotesk gesteigert (wie ich meine) erzählt: böse, ungezogen, auffällig, asozial (?), schlau-dumm …  Sie erinnerten mich teilweise an die Olchis, die diesbezüglich aber harmlos sind.

Die Geschichte sollte witzig sein, aber ich habe nur einmal während des Lesens gelacht und sehr selten geschmunzelt. Das mag wohl auch an meinem Verständnis für Humor liegen. Oder könnte es sein, dass dieses Buch „in die Jahre gekommen“ ist? Oder bin gar ich zu alt für dieses Buch?

Diese Klischees und Übersteigerungen ändern sich, als die Herdmanns das Krippenspiel übernehmen: Nachdenklich staunen sie über die Weihnachtsgeschichte (besonders König Herodes hat es Ihnen angetan) und stellen sich durchaus nachvollziehbare Fragen. Die ganze Gemeinde lauert am Weihnachtsabend auf die Aufführung in der Kirche – und erleben eine etwas andere Weihnachtsgeschichte.

Fazit:

Wie ich festgestellt habe, gehöre ich zu einer Gruppe Minderheits-Rezensenten, die dieses Buch nicht himmelhoch loben.  Die Streiche bzw. die Taten der Herdmanns finde ich nicht witzig und leider noch nicht mal witzig erzählt Vielleicht liegt es an der Entstehungszeit dieser Geschichte in den 70iger (?) Jahren, mir kamen die komödienhaften Szenen zu altmodisch und zu gewollt daher. Die Geschichte wird für meinen Geschmack erst in der zweiten Hälfte interessant und erzählt eine Weihnachtsgeschichte in einem anderen, durchaus auch besinnlichen Kontext. Ein Krippenspiel mit Botschaft und „doppelten Boden“: Anders sein und ausgegrenzt sein, wer wüsste besser als die Herdmanns, was dies bedeutet. Gerade am Schluss kam mir die Assoziation mit der aktuellen Flüchtlingslage (2015 Syrien).

Das Besondere an dieser Geschichte ist die „unerwartete andere“ Sicht auf die Weihnachtsgeschichte.

Lindgren, Astrid – Ferien auf Saltkrokan

Lindgren, Astrid Ferien auf Saltkrokan ISBN 3-7891-4119-4

Lindgren, Astrid
Ferien auf Saltkrokan
ISBN 3-7891-4119-4

Inhalt:

Ferien auf Saltkrokan! Pelle, seine große Schwester Malin und seine beiden Brüder entdecken auf der kleinen Insel die unberührte Natur der schwedischen Schären. Sie baden im Meer, fangen Fische, sammeln Pfifferlinge und feiern Mittsommer. Nichts aber ist schöner für Pelle, als gemeinsam mit Tjorven, dem Inselmädchen, und ihrem großen Bernhardinerhund Bootsmann über die Felsen und durch den Wald zu streifen und dabei von einem Abenteuer ins nächste zu stolpern …
„Ein schöneres Ferienbuch kann man sich nicht wünschen! Es ist Sommer, man fühlt ihn auf der Haut …“ (Süddeutsche Zeitung)

 Meine Meinung:

Mit einem Büchereiteam haben wir (drei Ehrenamtliche) eine Astrid-Lindgren-Lesenacht geplant und auch im August diesen Jahres (2015) durchgeführt. Aus diesem Grund hatte ich beschlossen, verschiedene Astrid Lindgren Bücher zu lesen. Viele Ihrer Geschichten kannte ich überwiegend aus dem Fernsehen, wie z.B. „Michel aus Lönneberga“, „Pippi Langstrumpf“ oder „Karlsson vom Dach“. Aber gelesen? Ich kann mich irgendwie nicht so recht erinnern, als Kind Astrid Lindgren GELESEN zu haben.

Wie immer ist „meine“ öffentliche Bücherei (es ist eine andere, als die, in der ich ehrenamtlich arbeite) eine Quelle der Inspiration zur passenden Zeit: stolperte ich doch regelrecht über das Buch „Ferien auf Saltkrokan“, das in einem Regal quer stand und angeboten wurde. Ich griff zu.

Das Buch lässt sich schnell und leicht lesen. Die Beschreibung der Lebensweise der Menschen auf den Schären-Inseln ist wunderschön nostalgisch, das Thema etwas verklärt. Vielleicht auch etwas zu romantisch dargestellt, aber wir sehen heute ja auch sowieso meistens nur noch „die gute alte Zeit“.

Die ruhigen Landschaftsbeschreibungen sind einfach absolute Wohlfühl-Glückslandschaften, selbst wenn dicker Nebel aufzieht. Ich möchte hier einfach mal ein paar Stichwörter geben: Sanfter Sommerwind, warmer Fels, Abendluft, Wellengeplätscher, Seligkeit, Apfelbäume, Blütenschnee … Und im Winter: Wintertage, vereister Fjord, warme Küche, Herd, Holz, Feuer, Eisblumen am Fenster…

Die Familie Melcherson hat für die Sommermonate ein Ferienhaus auf der Insel Saltkrokan gemietet. Ein altes, etwas heruntergekommenes und verfallenes Haus, aber mit viel Charme und Charakter. Die Familie besteht aus Melcher (Papa), Malin (19jährige Tochter), Johann und Niklas (Söhne, so um die 12 Jahre alt) und Pelle (7 Jahre). Die Mutter ist vor paar Jahren gestorben. Vater Melcher, mit seiner besonderen und linkischen Art, hält die Familie mehr recht als schlecht als Schriftsteller über Wasser. Tochter Malin erzieht als Mutter-Ersatz ihre Geschwister und erledigt den Haushalt.

Auf der Stelle verlieben sich alle (auch der Leser) in das ehemalige Schreinerhaus auf Saltkrokan mit dem wunderschönen Garten am Meer. Alle genießen die langen Ferientage, jeder auf seine Weise. Melcher versucht sich ziemlich erfolglos als Handwerker, wenn er nicht gerade am Schreiben ist; Malin macht den Haushalt und verliebt sich, Johann und Niklas haben sich mit den Schwestern Freddy und Teddy angefreundet und Pelle mit den Nachbarskindern Stina und Tjorven. Pelle liebt alle Tiere, selbst die Wespen, selbst das Wespennest untern Dach, und besonders neidisch ist er auf Tjorven, weil – Tjorven hat einen riesigen gutmütigen Bernhardinerhund genannt „Bootsmann“.

Die Melcherson-Stadtkinder lieben die Insel und der Leser wird das gemächliche Leben dort lieben. Die Kinder sind den ganzen Tag draußen: sie streifen durch die Wälder und Weiden, sie spielen auf den Felsen, sie angeln, sie kaufen Kaninchen, sie bauen Häuschen, sie rudern aufs Meer … eine Kindheit draußen in der Natur wie man sie sich in den schönsten Träumen vorstellt. Da ich selber auch „auf dem Land“ groß geworden bin, kann ich einige Aktivitäten gut nachvollziehen, wir kamen erst nach Hause wenn es dunkel wurde und das war kein Problem. Da tat sich bei mir ein sehnsuchtsvolles Erinnern auf. Die Kinder in der heutigen Zeit von Internet & Co werden eine solche Kindheit kaum noch erleben. Schade.

Etwas philosophisch wird es in einem Kapitel „Dieser Tag ein Leben“.

Seite 90: „Hier steht: Dieser Tag ein Leben – das bedeutet, man soll gerade an diesem Tag so leben, als hätte man nur diesen einen. Man soll auf jeden einzelnen Augenblick achtgeben und spüren, dass man wirklich lebt“.

Und Melcher lebt diesen Tag wirklich, ein Missgeschick nach dem anderen passiert aber am Ende das Tages fügt sich alles wunderbar zusammen. Carpe diem.

Die Beschreibung der Kinder gelingt Astrid Lindgren wirklich gut. Vor allem die ja doch schon etwas sehr bestimmende Tjorven hatte es mir angetan, der tierliebe Pelle war ein heimlicher Liebling und zu guter letzt – der brave Bootsmann. Köstlich amüsant!

Zuletzt zum Cover – ich gestehe, ich hatte es öfters schon mal gesehen und keine Ambitionen verspürt, dieses Buch zu lesen: Das Cover war mir zu altmodisch. Nun aber, nachdem ich das Buch gelesen habe, denke, es passt haargenau. Es sollte sich niemand wegen des Covers abhalten lassen, das Buch zu lesen!

Fazit:

Wenn ich das Buch Erwachsenen Lesern ans Herz legen möchte, dann aus nostalgischen Gründen und denjenigen, die schon immer mal so „nebenbei“ die schwedische Schäreninsel-Welt kennen lernen wollen. Schöne Kindheitserinnerungen an lange Tage draußen werden den ein oder anderen überfallen und wenn nicht, bleibt immer noch der Gedanke, wie eine Kindheit gewesen sein könnte. Auch als Strandlektüre geeignet. Ich bekam jedenfalls Lust, mal Urlaub auf einer Schäreninsel zu machen.

Kinder werden sich in der Geschichte vielleicht in den langen Tages des süßen Herumtreibens erkennen, oder aber sich bewusst werden, dass es noch eine Welt außerhalb des Internet und Fernsehens gibt. Der Verlag hat das Lesealter ab 10 Jahre angegeben.

Jedenfalls habe ich ebenso Lust bekommen, mir den Film anzuschauen und werde die komplette DVD Box „Ferien auf Saltkrokan 1-5“ kaufen.

Palacio, Raquel J. – Wunder

Palacio, Raquel J. Wunder ISBN 978-3-446-24175-6

Palacio, Raquel J.
Wunder
ISBN 978-3-446-24175-6

Inhalt:

August ist anders. Dennoch wünscht er sich, wie alle Jungen in seinem Alter, kein Außenseiter zu sein. Weil er seit seiner Geburt so oft am Gesicht operiert werden musste, ist er noch nie auf eine richtige Schule gegangen. Aber jetzt soll er in die fünfte Klasse kommen. Er weiß, dass die meisten Kinder nicht absichtlich gemein zu ihm sind. Am liebsten würde er gar nicht auffallen. Doch nicht aufzufallen ist nicht leicht, wenn man so viel Mut und Kraft besitzt, so witzig, klug und großzügig ist – wie August.

 

Meine Meinung:

Ein Buch aus dem Hanser-Verlag mit dem angegebenen Alter für Kinder von 10-12 Jahren. Ich finde: ein starkes Buch, dass JEDER Erwachsene, und unbedingt alle Eltern lesen sollten. Die Geschichte wird in einer sehr einfachen kindergerechten Sprache und in vielen, sehr kleinen Kapitel erzählt. Das ist sehr übersichtlich und ich hatte das Buch in vier Stunden gelesen, nicht ohne das ein oder andere „Tränchen“ zu vergießen. Ein Buch so schrecklich schön und doch so mit Hoffnung und Mut gefüllt.

Ich habe beschlossen, das erste Kapitel in Auszügen für euch abzuschreiben:

„Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Ich meine klar, ich mache normale Sachen. Ich esse Eis. Ich fahre Fahrrad. Ich spiele Ball. Ich habe eine X-Box. Solche Sachen machen mich normal. Innerlich. Aber ich weiß, dass normale Kinder nicht andere normale Kinder dazu bringen, schreiend vom Spielplatz wegzulaufen. Ich weiß, normale Kinder werden nicht angestarrt, egal, wo sie gehen.

Wenn ich eine Wunderlampe finden würde und einen Wunsch frei hätte, würde ich mir wünschen, ein normales Gesicht zu haben, das nie jemanden auffallen würde. Ich würde mir wünschen, dass ich die Straße entlanggehen könnte, ohne dass die Leute diese Sachen machen, sobald sie mich sehen, dieses Ganz-Schnell-Woanders-Hinschauen. Ich glaube, es ist so: Der einzige Grund dafür, dass ich nicht normal bin, ist der, dass mich niemand so sieht.

…Ich heiße übrigens August. Ich werde nicht beschreiben wie ich aussehe. Was immer ihr euch vorstellt, es ist schlimmer.“

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Zunächst kommt August selber zu Wort, dann seine Schwester Via, seine Schulfreundin Summer, sein Schulfreund Jack, Justin -der Freund von Via, August nochmal und auch Miranda (Via‘s Freundin). Das hört sich jetzt vielleicht verwirrend an, ist es aber gar nicht. Besonders beeindruckt haben mich die Kapitel über Augusts Schwester Via und das seiner neuen Schulfreundin Summer. Zwei wunderbare Kinder!

Zum Schluss noch meine Meinung zum Cover: Wiedererkennung durch die Großbuchstaben in den runden Kreisen. Bunt. Der Junge der seinen Kopf mit einem Karton versteckt gerät für meinen Geschmack zu albern. Alles in allem ein auffälliges Cover, das mir allerdings nicht ganz so gut gefällt, aber dennoch durch seine bunten Farben und die Illustration positiv besetzt ist.

Fazit:

Nicolas Sparks wird auf der Innenseite zitiert, und ausnahmsweise stimme ich mit ihm überein: „Wunder … ist ein Wunder. August Pullmann wird man als Leser nicht wieder vergessen. Tun sie sich selbst den Gefallen und lesen sie dieses Buch.“

Und diese Aussage soll zugleich auch mein Fazit sein.

Unbedingt lesen! Sehr empfehlenswert !

Felix, D.S – David der kleine Ritter aus Hassmersheim

Felix, D.S David der kleine Ritter aus Hassmersheim ISBN: 978-3-941257-06-1

Felix, D.S
David der kleine Ritter aus Hassmersheim
ISBN: 978-3-941257-06-1

Inhalt :

Das ist das erste Buch einer Reihe, es stellt den Protagonisten und seine Umgebung vor. Das Buch richtet sich vor allem an Sprach- und Leseanfänger der Grundschule, sowie die ersten Klassen weiterführender Schulen. Die Geschichten sind sprachlich einfach und kurz gehalten, damit junge Leser den fremdsprachigen Text bewältigen.

 

Meine Meinung:

Das Buch erinnert mich an ein Übungsheft in der Schule: Umfang, großes Schriftbild, viele Illustrationen, am Ende jeden Kapitels Fragen zum Text. Links steht immer der Text, die Geschichte. Rechts sind die Illustrationen, die Fragen und was mich leicht irritiert hat: einige deutsche Wörter sind ins Englische übersetzt, wie Vokabeln. Dies ist wohl der Zweisprachigkeit geschuldet.

Das besondere an diesem Buch: Von der Rückseite her und auf dem Kopf stehend, kann man das Buch umdrehen und die Geschichte auf Englisch lesen. Auch mit großer Schrift, Illustrationen und vielen Vokabeln auf Deutsch übersetzt. Hier empfinde ich dies als sinnvoll.

Für beide Sprach-Varianten gilt: die Wörter, die übersetzt sind, sind im Text in der Geschichte kursiv geschrieben.

Fazit:

Eine einfache Geschichte für Leseanfänger und zum Englisch üben. Cover, Illustrationen und Aufmachung des Buches hätten mich nicht zum kaufen animiert. Das Buch ist pädagogisch zu betrachten. Mich hat es literarischer Sicht nicht so ganz überzeugt, aus pädagogischer Sicht mag ist für Grundschüler es sicher sinnvoll.

 

Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums

Naoura, Salah Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums ISBN 978-3407794383

Naoura, Salah
Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums
ISBN 978-3407794383

Inhalt:

Der 11-jährige Matti träumt von einem Familienurlaub in der Heimat seines finnischen Vaters, was er mit einer faustdicken Lüge auch erreicht. In Finnland aber finden sich Matti, der kleine Bruder Sami und die Eltern auf einmal ohne Bleibe, Geld und Auto mitten in der finnischen Einöde wieder. Nur ein Wunder kann sie retten …

 

Meine Meinung:

Allein das Cover macht schon Lust auf die Geschichte. Das Buch ist leicht und sehr schnell zu lesen (ca. zwei Stunden für Erwachsene und Schnell-Leser). Interessant ist die Aufteilung der Geschichte. Sie beginnt mitten in der Handlung an einem bestimmten Ort in Finnland, und zunächst wird erzählt, wie alles angefangen hat und dann, wie es von der aktuellen Ausgangslage weiter geht.

Kurz gesagt geht es um einen großen Wunsch eines Kindes und eine ebenso große originelle Lüge, die letztlich die Existenz einer ganzen Familie auf den Kopf stellt. Dazu gesellen sich die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschen und Finnen. Interessant sind auch die zwischenmenschlichen Beziehungen in einem multikulturellen Familiengefüge. Was haben sich Mann und Frau zu sagen? Was geht im Ehe-Alltag unter? Wie ist überhaupt der Alltag in Familien? Das ist hier wirklich glaubhaft und authentisch erzählt. Locker-fluffig sind auch die comedy-artigen Gags, ich musste öfter schmunzeln, als die Geschichte immer mehr in Fahrt kam.

Der Schluss ist zu schön um wahr zu sein, hier finde ich, hätte der Autor ein anderes Ende wählen können. Kinder werden es aber sicher glaubhaft finden.

 

Fazit:

Nicht unbedingt ein Buch das man gelesen haben muss, aber dennoch ein schöner witziger Zeitvertreib und – ich bekam Lust auf Urlaub in Finnland!

Kinder, vor allem Jungs, werden die Geschichte mögen.