Lionni, Leo – Frederick

77040_Cover_Lionni-Frederick_6.Aufl._11.5.2010:77040_Cover_LionnInhalt:

„Die Geschichte von der Maus, die nicht wie die anderen für den Winter Körner und Nüsse, sondern Sonnenstrahlen, Farben und Wörter sammelt, die Träume also und die Hoffnungen.“ Die Welt

Der Winter naht. Alle Feldmäuse arbeiten Tag und Nacht, sammeln Körner und Nüsse, Weizen und Stroh. Alle bis auf Frederick. Er sammelt Sonnenstrahlen, Farben und Wörter, das sind seine Vorräte für die kalten, grauen und langen Wintertage.
Schon als Kind liebte Leo Lionni die Natur, und das änderte sich im Laufe der Jahre auch nicht mehr. Seine Beobachtungen spiegeln sich in seinen Bilderbüchern wieder: „Das Staunen, das mich erfüllt, wenn ich im Gras liege und eine Riesenwelt im Kleinen beobachte, in der Grashalme Mammutbäume sind und ein Käfer ein angreifendes Nashorn, ist noch dasselbe wie damals, als ich ein kleiner Junge war.“ Leo Lionni
Der moderne Bilderbuch-Klassiker „Frederick“ begeistert eine Kindergeneration nach der anderen! „Von all dem, was ich in meinem Leben getan habe, hat mich wenig so sehr und so tief befriedigt wie meine Kinderbücher.“ Leo Lionni

 

Meine Meinung:

Ich kann es nicht erklären, so 100% überzeugt hat mich dieses „Muss-Buch“ der Kinderliteratur nicht. Vielleicht muss ich mich intensiver damit beschäftigen!?

Irgendwie kam ich auf die Idee, mir ein kleines Vorlese-Projekt für dieses Buch auszudenken. Beim durchblättern kamen mir schon einige Ideen in den Sinn. Im Internet ist dieses Thema auch schon „breitgetreten“, es gibt allerhand Ausmalbilder, Bastelbögen und Arbeitsanweisungen für Interessierte.

So weit, so gut. Als ich das Buch das erste mal meinem Sohn vorlas (ich gebe zu, ich hatte es vorher noch nicht einzige Mal gelesen!) und ich ihn dann an besagt-streitbarer Stelle, als Frederik da stand und augenscheinlich nichts tat während alle anderen Nahrung für den Winter sammelten, fragte: Denkst du, das ist so in Ordnung? Was sagen die anderen dazu? Mein Sohn fand es nicht in Ordnung, und auch ich, die nicht wusste, wie die Geschichte weitergeht, fand es auch nicht in Ordnung und dachte dann klassischerweise, die „Bestrafung“ erfolgt sicherlich am Schluss. Da bin ich wohl in eine typische Falle getappt, die ich aus der Erwartungshaltung an eine pädagogische Geschichte erwünscht hätte.

Denn es folgt keine Strafe, im Gegenteil. Das Buch ist poetisch zu verstehen. Denn als die Nahrungsvorräte im Winter zu Neige gehen, füttert Frederik die anderen Mäuse mit Farben, Gedichten und Gedanken und verkürzt so die Wartezeit zum Frühling.

Ich könnte jetzt interpretieren: So trägt also jeder zu dem Überleben einer Gesellschaft bei. Jeder macht das was er kann. Das macht das Bunte, das Vielfältige in einer Gesellschaft, in einem Volk aus. Wir wollen ja nicht alle unisono sein.

Trotzdem fand ich persönlich es aber ziemlich provokant, als Frederik so nichts-tuend da stand. Und wird man nur durch Kunst und Kultur satt? Sicherlich, es ist eine schöne Beigabe, eine Wohltat für die Seele, und „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, aber diese Geschichte fordert den Vorleser in der Anschlussdiskussion richtig heraus. Ich bin nicht sicher, ob Kita-Kinder diese tiefsinnige Botschaft der Geschichte verstehen werden.

 

Fazit:

Ein Bilderbuch mit einer starken und sicherlich auch kontroversen Botschaft. Ein Buch das Anschlusskommunikation und im Kita-Bereich viel Erklärung benötigt.

Es gehört in diesem Sinne nicht zu meinen Lieblingsbüchern, ist aber trotzdem etwas Besonderes.

Ich habe dazu ein kleines Vorleseprojekt entwickelt, dass ich demnächst auf meinem „kleinlelit“-Blog einstellen werde.

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