Manceau, Edouard – Der wilde Watz

Manceau, Edouard
Der wilde Watz
978-3-89565-343-8
Moritz Verlag

Inhalt:

Der wilde Watz ist ein Monster! Eines mit gelben Hörnern, spitzen Zähnen und großen Händen, das dasteht und die Augen aufreißt. Gleich könnte es sein Gegenüber verschlingen. Aber Kinder wissen genau, wie man Monstern kommen muss: Man kitzelt sie von Kopf bis Fuß, bis kein Teil mehr auf dem andern steht. Und so verwandeln sich die Hörner in den Nachtmond, Arme und Beine in Bäume und schließlich der Leib in ein Häuschen mit Wohnwagen davor. Diese Geschichte versetzt Kinder in die wunderbare Lage, gegen ein fürchterliches Monster als strahlender Sieger vom Platz zu gehen. Und wie erfolgreich man mit Kitzeleien auch stärkere Widersacher ausschalten kann, ist allen bekannt. Ein interaktives Bilderbuch, mit dessen Hilfe die Angst vor Monstern auf großartige und lustige Weise gebändigt wird.

Der Autor Edouard Manceau ist Mitglied der offiziellen französischen Autorendelegation zur Frankfurter Buchmesse. (Quelle Moritz Verlag)

Meine Meinung:

Die Covergestaltung – ein großes Thema, wie mir hier wieder bewusst wird. Ich bin ja leider auch so eine „schönes-Cover-das-kaufe-ich-Leserin“, und dabei habe ich schon oft die Erfahrung gemacht, dass ich vom Cover nicht auf den Inhalt schließen kann. Jedenfalls nicht immer. Hier bin ich auch mal wieder völlig reingefallen, denn das Cover gefiel mir nicht und ich hätte das Buch wahrscheinlich nie in die Hand genommen, wenn ich nicht die Inhaltsangabe gelesen hätte. Das hört sich jetzt knallhart an, aber so war es. Und nachdem ich mich dann belesen hatte, wovon es inhaltlich handelte, ab dann „brannte“ ich praktisch darauf, dieses Buch endlich in den Händen zu halten. Die Stichworte waren für mich „kitzeln“ und „interaktiv“, darauf bin ich „angesprungen“ und ich wurde nicht enttäuscht!

Das Format ist ungewöhnlich, mit seinen 19x34cm länglich in der Form. Aber das passt genau zum wilden Watz! Gewöhnungsbedürftig für mich waren die deutlichen, aber sparsamen Illustrationen. Auch die Farbgebung hebt sich ab, anstatt hintergrundweiß ist hier ein dunkles hintergrundschwarz, das Monster knallbunt. Aber dann: Wie so oft, je öfter ich das Buch mit Betonung laut las, desto besser gefiel und desto passender erschien es mir, so dass ich es mir gar nicht mehr anders vorstellen konnte.

Das Buch erinnert mich an „Herr Schrecklich“ von Alain Serres, hier wird ein böser Wolf auch „demontiert“, aber farblich. Denn ein böser (oder unfreundlicher) Wolf mit rosafarbenen Händen – das ist nicht böse sondern der Lacher!

Zufälligerweise erfuhr ich von der Redensart „Vom wilden Watz gebissen“, die ich bis dato noch nicht kannte. Aber man lernt so immer noch dazu.

Das Buch überzeugt auf dreierlei Ebenen: zum einen auf der physischen, nämlich dem kitzeln. Zum anderen werden ängstliche Gedanken im wahrsten Sinne des Wortes demontiert, denn dem Monster fehlen mit jedem kitzeln mehr Gliedmaßen, es wird in alle Einzelteile zer-kitzelt, bis nichts mehr von ihm da ist. Die Hände des Monsters werden zum Beispiel zu Bäumen und so entsteht etwas Neues aus dem Watz, etwas harmloses. Also, keine Angst haben vor Monstern, ist die Botschaft. Und zum dritten wirkt es interaktiv, denn das Kind kann mitmachen, kann kitzeln oder den Text vorsagen, was nach ein paar mal lesen schnell auswendig gekonnt wird.

Was fehlt, wäre noch eine Bastelanleitung, ein „Kartonage-Print“ des Monsters, dass man beim Lesen demontieren und verändern kann, wie im Buch vorgegebenen, vom Monster zum Haus.

Manceau, Edouard
Der wilde Watz
978-3-89565-343-8
Moritz Verlag

Fazit:

Das Buch ist so einfach wie es genial ist. Bereits beim ersten Satz bin ich in der Geschichte drin, sowohl im Geiste als auch mit sofortiger Wirkung in der Anwendung: Kitzeln!! … ist jetzt angesagt! Und „Monster vertreiben“. Wenig Text und großflächige, spartanisch anmutende Illustrationen, die genau dadurch ihre Wirkung entfalten, übersichtlich und klar.

Ich werde meinem Sohn das Buch zu seinem zwölften Geburtstag schenken! WAS? Ja, genau! Als ich von dem Buch hörte, musste ich gleich daran denken, dass ich oft mit meinen Sohn herumtolle. Tja, wir sind halt ein bisschen „freaky“. Und ohne Kitzeln geht das gar nicht, das mag er im Moment zu gerne. Wie praktisch, wenn man das ganze literarisch untermauen kann! Denn ich finde, ich kann das Buch auch noch einem zwölfjährigen mit kleinem Augenzwinkern schenken. Es ist witzig. Er ist das „Monster“ und ich kitzel es wie es im Buch steht …

Abgesehen davon lässt sich das Buch sehr gut in einer Kindergartengruppe für eine interaktive Vorlesestunde einsetzen, indem sich die Kinder gegenseitig kitzeln. Es kann dadurch schon ein kleines Tohuwabohu entstehen, aber was soll‘s. Ich wüsste genau, dass die Kindergartengruppe, der ich ehrenamtlich vorgelesen habe, den Text nach kürzester Zeit auswendig könnte. Und wehe, ich würde dann mal einen Teil auslassen! Das ginge gar nicht. Zudem lässt sich der wilde Watz nachmalen, auschneiden, nachbasteln …

Alles in allem: Lieblingsbuch!

Das Buch erschien am 14. August 2017

Link zum Buch/Verlag mit weiteren Abbildungen: https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Der-Wilde-Watz.html

 

 

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