Könnecke, Ole – Anton und das Weihnachtsgeschenk

Könnecke, Ole Anton und das Weihnachtsgeschenk ISBN 978-3-446-23095-8 Hanser

Könnecke, Ole
Anton und das Weihnachtsgeschenk
ISBN 978-3-446-23095-8
Hanser

Inhalt:

Eigentlich wollte Anton nur einen Spaziergang durch den verschneiten Wald machen. Aber plötzlich fällt ihm ein Paket vor die Füße. Und oben über den Wipfeln huscht der Schlitten des Weihnachtsmanns vorüber. Auweia! Jetzt wartet wohl irgendwo ein Kind vergeblich auf sein Geschenk. Das darf nicht sein! Anton muss den Weihnachtsmann einholen! Über Berg und Tal geht es, durch tiefe Schluchten und dunkle Wälder … Wie merkwürdig: Je länger die Verfolgungsjagd dauert, desto mehr nähert sich Anton seinem Zuhause. Das Geschenk wird doch nicht etwa für ihn sein? Endlich eine Weihnachtsgeschichte mit dem liebenswerten Anton!

Meine Meinung:

Durch Zufall fand ich dieses Buch im Weihnachtsregal meiner Stadtbücherei. Zunächst misstrauisch,

dann aber mit voller Begeisterung lernte ich dieses Bilderbuch kennen. Das Schöne daran sind die kleinen phantastischen und abenteuerlichen Elemente, als Anton z.B. mit einem Vogel fliegt, als er auf dem Geschenk den Fluss hinabtreibt, die Begegnung mit den Spitzvögeln … ein wahrhaftiger Traum.

Und erst die Illustrationen! Ich liebe diese Schneebilder, Schneestürme, Schneefall …

Farblich ist das Buch reduziert auf verschiedene Blautöne, weiß, orange und etwas grün. Überhaupt diese genialen Illustrationen: oft konnte ich auf der rechten Seite etwas ahnen, es gab Andeutungen so dass man gleich weiterblättern musste, weil man wissen wollte, was passiert da? Zum Beispiel als das Geschenk in den Fluss fällt und abtreibt. Wie geht es weiter? Geht es unter? Schwimmt es weg? Holt Anton es noch ein? Überhaupt, Anton schaut immer nach vorne, auf die nächste Seite.

Die Vögel mit den langen roten Schnäbeln sehen interessant aus und witzig fand ich, dass sie auf das Geschenk „schielten“ und Anton schon eine misstrauische Haltung einnahm.

Und überhaupt, oft findet man den Schlitten vom Nikolaus rechts oben im Bild, aber halt nur halb, den ganzen Schlitten bekommt man nicht zu sehen und ist daher umso faszinierender. Kinder werden auf jedem Bild den Schlitten suchen. Zuerst dachte ich noch, eigentlich wäre es ja schön gewesen, es wäre tatsächlich auf jeder Seite ein Schlitten versteckt worden, aber dann fand ich gerade dieses „ungerade“ noch viel reizvoller.

Es gibt viele kleine Details, wie die orangen Christbaumkugeln an allen Bäumen, auch an den Tannen im Wald. Oder der rote Mantel mit dem weißen Kragen in dem verlassenen Haus – wem mag der wohl gehören?

Kuscheltier Gustav Bär ist überall dabei und verlässt Anton nicht.

Das Geschenk selber ist ja so einfach gehalten: weiß, mit dünnem orangefarbenen Band und trotzdem, die Wirkung ist einfach unglaublich.

Am Schluss, nach langer Reise durch verschneite Landschaften, durch Nebel und dunkle Nacht kommen Anton und sein Kuscheltier Oskar dort an, wo alles begonnen hat und es gibt einen doppelten Clou der Geschichte, bezüglich des Besitzers und dem Inhalt des Geschenkes.

Man kann in diesem Buch als Vorleser auf allen paar Seiten durch stimmliche Variationen Spannung erzeugen. Das geht schon auf der zweiten los, als der Schlitten das Geschenk verliert und Anton LAUT „HALT“ ruft. Oder ganz traurig werden, als das Paket den Fluss hinunter schwimmt und wir nicht wissen, wie es weiter geht. Die Szene im Nebel, mit geheimnisvoller Stimme. Empört, als jemand das Geschenk wegnimmt, freudig als sie endlich die verlorene Spur wieder aufnehmen können …

Ich habe das Buch im Kindergarten vorgelesen, und ein Mädchen wunderte sich darüber, warum der Vogel, der ja selber fliegen kann, ein Flugzeug fliegt. Ja, diese Paradoxen fallen Kinder auf. Ebenso wurde das Monster im Nebel wurde bewundert, obwohl es textlich nicht erwähnt wird.

Und jedes Kind wollte natürlich wissen, was in dem Geschenk war.

Der Verlag empfiehlt das Buch ab drei Jahren.

Bei Antolin (Grundschul-Lese-Portal) wird es ab Klasse 2 zum selber lesen eingestuft.

Fazit:

Ein ganz besonderes Bilderbuch. Die Illustrationen sind reduziert, das ist vielleicht für manch einen etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings ist die Wirkung umso stärker. Die Geschichte finde ich so phantastisch, aber dennoch gut vorstellbar. Mit den vielen illustrativen Andeutungen auf der rechten Seite des Buches wird ein feiner Spannungsbogen aufgebaut – man muss schnell weiterblättern und schauen was passiert. Ein wundervolles und herausragendes Weihnachtsbuch. Ich bin begeistert.

Lieblings-Bilderbuch!

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Ein Kommentar zu “Könnecke, Ole – Anton und das Weihnachtsgeschenk

  1. Pingback: Britta Sabbag + Maite Kelly + Joelle Tourlonias – Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten | kibureich

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